FCM-Spieler Björn Rother will eklig sein

Björn Rother erklärt, wo er im Spiel des 1. FC Magdeburg noch Potenzial sieht und warum er weiter ein hartes Einsteigen fordert.

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Magdeburg l Als FCM-Mittelfeldspieler Björn Rother am Mittwochmittag einige Stufen in der MDCC-Arena erklimmt, sieht das doch etwas ungelenk aus. „Das ist der Gesamtkörperschmerz“, sagt er und lacht. Mit 12,56 Kilometern Laufleistung erreichte Rother gegen Arminia Bielefeld ligaweit den Top-Wert des Spieltags. „Bei einem Sieg“, sagt der 22-Jährige, „spüre ich das schon am nächsten Tag nicht mehr.“ Nur den gab es am Montag gegen Bielefeld nicht. Sondern ein torloses Remis.

So steckt der Schmerz also noch in den Knochen. Denn hinzu kam ja auch: Rother hing auf seiner Position im zentralen Mittelfeld phasenweise ziemlich in der Luft, weil die Abwehrreihe doch meist mit langen Bällen den direkten Weg zur Sturmspitze suchte.

FCM braucht mehr Ballbesitz

„Generell ist das ja auch unser Plan, den Ball schnell nach vorne auf Christian Beck oder hinter die gegnerische Verteidigung zu bringen“, sagt Rother, „aber wir haben auch besprochen, dass wir mehr Ballbesitzphasen haben müssen. Da müssen wir uns definitiv noch steigern.“

Ballbesitzphasen, in denen auch er selbst und Nebenmann Rico Preißinger anspielbar sein müssen. „Klar sieht das nicht gut aus, wenn man in der Mitte nicht anspielbar ist. Aber wir sind quasi manngedeckt worden, wir hatten immer einen Gegenspieler im Rücken“, erklärt Rother. So ist es an den Verteidigern abzuschätzen, wann auch mal überhaupt durch das Mittelfeld kombiniert werden kann. Und da sieht Rother Verbesserungsbedarf: „Die Bewegung zum Freilaufen war da, in manchen Situationen wäre es gegangen.“ Und: „Es darf uns eben nicht passieren, dass wir, wenn sich die Situation ergibt, aus Gewohnheit die Sechser überspielen. Dann sollten wir schon auch angespielt werden.“

Allerdings ist auch das mit einem Risiko verbunden. „Wenn wir den Ball am Strafraum verlieren, weil wir raus kombinieren wollen und dann ein Gegentor kassieren, ist die Kritik noch viel größer.“

„Laufen, kratzen, beißen“

Das mit der Kritik ist ja jetzt schon so eine Sache. „Auch nach dem Spiel gegen Bielefeld haben wir wieder viel zu hören bekommen. Teilweise zu Recht, teilweise muss man die Kirche auch mal im Dorf lassen“, betont Rother. Immerhin habe man keine schlechte Leistung und auch die Grundtugenden des FCM – nämlich „laufen, kratzen, beißen“ – gezeigt.

Etwas, das laut Rother unbedingt beibehalten werden soll. Auch wenn damit das Risiko einhergeht, Karten oder einen Platzverweis zu kassieren. „Niemand kommt hier gerne her, und ich glaube, dass uns auch keiner gerne zu Gast hat“, sagt der 22-Jährige. „Wir können eben auch mal treten oder, wie jetzt anscheinend bekannt ist, mal schimpfen.“ Damit spielt er auf den Arminen Andreas Vogelsammer an, der sich nach Abpfiff über FCM-Abwehrchef Dennis Erdmann beschwerte. „Dass man da so ein Fass aufmacht, dafür habe ich kein Verständnis. Wir müssen weiter eklig bleiben“, fordert Rother.

Doch mit eklig sein allein ist es nicht getan. Der Spielaufbau bleibt ein Sorgenkind. In den vergangenen Wochen hat die Mannschaft intensiv an den ersten Pässen nach Ballgewinn gearbeitet. „Das sind die wichtigsten Pässe für uns“, bestätigt Rother, „weil wir uns damit aus Druck lösen oder direkt nach vorne umschalten können.“

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