Beim Ost-Derby trifft Magdeburgs Verteidiger Dennis Erdmann auf seinen Ex-Club Dresden.

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Magdeburg l Dennis Erdmann war nach dem Training gut drauf. Mit den Teamkollegen scherzte er, auch ein Lächeln huschte ihm durchs Gesicht. Auf dem Rasen hatte er gerade seinen Job gemacht, hatte sich wie immer voll reingehauen, keinen Zweikampf gescheut und seine Mitspieler lautstark motiviert.

Erdmann identifiziert sich zu 100 Prozent mit seiner Rolle als Abwehrchef. Umso schwieriger war es für ihn, als er in Paderborn (4:4) und gegen Duisburg (3:3) nach zuvor guten Leistungen plötzlich nicht mehr in der Startelf stand. „Ich hatte gehofft zu spielen, da der Trainer zuletzt rotiert hat“, sagt er.

Sichere FCM-Abwehr

In diesen Partien übernahm Neuzugang Romain Brégerie den Erdmann-Part – und kam nicht sonderlich gut zurecht. Sieben Gegentore fing der FCM. Erst mit Erdmann kam in Sandhausen die Stabilität zurück, die gesamte Mannschaft stand sicher, das Team spielte zu null und gewann.

Erdmann ist ein Spieler, der sein Selbstvertrauen nicht versteckt, er zeigt Präsenz auf dem Platz. Das wirkt vielleicht manchmal übermotiviert, doch das macht einen guten Abwehrchef aus. Erdmann geht dorthin, wo es in den Zweikämpfen auch mal wehtun kann. Wenig überraschend ist deshalb auch sein Faible für Neuzugang Aleksandar Ignjovski, der in Sandhausen vor ihm im defensiven Mittelfeld auflief. „Ich mag die Art, wie Iggy spielt. Er kommt wie ich über den Zweikampf, bei ihm weiß ich genau, was ich bekomme“, sagt er. Aber: „Ich spiele aber auch mit den anderen Jungs gerne zusammen und rede mit ihnen sehr viel. Mit Steffen Schäfer und Romain Brégerie hat es in der Dreierkette zuletzt super geklappt.“

Lautstarker Erdmann

Kommunikation ist ein Schlüssel – für Erdmann, für einen Abwehrchef im Allgemeinen. Nicht umsonst hatten die FCM-Verantwortlichen immer wieder einen lautstarken Spieler auf dieser Position gefordert. Damit kann Erdmann dienen. „Ich will meinen Mitspielern, ob in der Dreierkette, vor oder hinter mir, ein gutes Gefühl geben. Dafür ist eine gewisse Präsenz wichtig. Aber auch der permanente Austausch.“ Schnell-Analyse nennt er die kurzen Gespräche, beispielsweise während einer Verletzungs-Unterbrechung. „Wir sprechen über Dinge, die wir schnell besser machen können. Ich bin auch sehr offen für Vorschläge und versuche, alles im Sinne der Mannschaft umzusetzen“, erklärt Erdmann.

Erdmanns Nummer-Geheimnis

Diesen Austausch wird es auch am Sonnabend geben, wenn er mit dem FCM auf Dynamo Dresden trifft. Es ist eine besondere Partie für Erdmann, der von 2014 bis 2015 das Dynamo-Trikot trug und seinen Hauptwohnsitz immer noch in Dresden hat. Bei Dynamo Dresden herrscht derzeit Unruhe nach dem Rücktritt des kompletten Präsidiums.

Mit dem Traditionsverein verbindet der Abwehrchef viel – Emotionen, lautstarke Fans und Freundschaften. Die Trikotnummer 13 hat er sich ausgesucht, weil sein guter Freund Benjamin Kirsten diese während der gemeinsamen Dynamo-Zeit trug. „Benny war sehr wichtig für mich“, begründet er.

Kein gezähmter Erdmann

Trotz aller Verbundenheit darf Dresden nicht auf einen gezähmten Erdmann hoffen. „Ich werde wie bei jeder anderen Partie alles geben, wir wollen unbedingt gewinnen. Der Sieg zuletzt war nichts wert, wenn wir am Sonnabend gegen Dresden nicht gewinnen. Ich überdrehe in diesem Derby sicher nicht, auch wenn viele das vielleicht erwarten, sondern werde genauso cool wie in Sandhausen sein.“

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