Von Dennis Uhlemann ›

Maximilian Franzke und Rückkehrer Florian Kath wurden zwei Offensivspieler ausgeliehen, die den bisher harmlosen FCM-Angriff beleben sollen.

Magdeburg l Nach dem emotionalen Austausch am Spielfeldrand mit FCM-Manager Mario Kallnik – der 1. FC Magdeburg hatte mit dem 0:2 gegen Köln den Saisonstart endgültig verpatzt – untermauerte der Wirtschaftsrat um den Vorsitzenden Andreas Müller sein Anliegen anschließend noch einmal schriftlich. Müller ließ dem Disput noch eine E-Mail mit dem Betreff „Ein großer Appell an alle Funktionsträger“ folgen.

Im Schreiben vom Samstagabend, das der Redaktion vorliegt, appellierte Sponsor und Fanshop-Inhaber Müller daran „unbedingt zu handeln, bevor es zu spät ist“ und meinte damit, dass binnen zwei Tagen noch drittligataugliche Spieler verpflichtet werden müssten, „die dem FCM in der derzeitigen Situation auch wirklich helfen können“.

Kallnik hat nun reagiert: Der 1. FC Magdeburg gab vor dem Ende der Wechselfrist die Verpflichtung zweier Offensivspieler bekannt, die beide ausgeliehen werden. Florian Kath, der bereits in der Saison 2016/17 für den FCM spielte, kommt ein zweites Mal vom Bundesligisten SC Freiburg. Zudem tauscht Maximilian Franzke für ein Jahr das Trikot des FC St. Pauli gegen ein blau-weißes Jersey.

Ob die beiden nun die gewünschte Verstärkung für den Drittligisten darstellen, werden die kommenden Wochen und Monate zeigen. Zumindest setzt Kallnik damit ein wichtiges Zeichen. Zum einen könnten Rechtsaußen Franzke und Linksaußen Kath die bislang – mit einem Tor nach drei Spielen – harmlose FCM-Offensive beleben. Zum anderen wird auch die Personalsituation dadurch entspannt. Zur langen Verletztenliste kamen vor dem Köln-Spiel mit Sirlord Conteh und Kai Brünker noch zwei weitere Spieler dazu. Umso wichtiger ist es für Coach Thomas Hoßmang, neue Optionen zu haben.

Spekulationen über Rechtsverteidiger Bittroff

Geht es nach Kallnik, soll auch noch ein dritter Spieler geholt werden. „Wir behalten uns eine dritte Verpflichtung für diese Woche vor“, sagte er im Club-TV. Ein in der Defensive „universal einsetzbarer“ Spieler soll noch kommen und die zuletzt wacklige Abwehrreihe stabilisieren. Da ab sofort nur noch vereinslose Spieler ins Gespräch kommen, wird über Alexander Bittroff spekuliert. Der 32-jährige Rechtsverteidiger, der bis zum Juli in Uerdingen spielte, bringt die Erfahrung von 167 Zweitliga- und 84 Drittliga-Einsätzen mit und wäre mit Sicherheit die erhoffte sofortige Hilfe.

Das gilt laut Kallnik auch für Kath. Den 25-jährigen Offensivspieler, der schon 19 Mal für den FCM auflief, hatten die Magdeburger zuletzt „ganz klar im Blick“, so Kallnik. Doch Kath, der 2017/18 noch 24 Bundesliga-Spiele für die Freiburger bestritt, kam in den vergangenen beiden Spielzeiten kaum zum Einsatz. Mehrere Verletzungen an Leiste und Schambein sorgten dafür, dass er sein letztes Bundesliga-Spiel im April 2018 absolvierte. Doch heute hat der 1,86-Meter-Angreifer einen „guten Gesundheitszustand“, wie Kallnik betonte.

Somit könnte Kath auch Luka Sliskovic entlasten, der laut Hoßmang „in einem kleinen Loch“ ist. Der Trainer hätte dem Österreicher, der nach der kurzen Vorbereitung bislang kaum Zeit zum Durchatmen hatte, gern schon gegen Köln geschont, die Personallage ließ das aber nicht zu. Umso wichtiger, dass mit dem 21-jährigen Franzke nun ein weiterer Spieler da ist, der für Entlastung sorgen kann. Obwohl Kallnik meinte: „Er kann uns perspektivisch helfen.“ Der Manager sagte, dass der 1,84 Meter große Angreifer, der vom FC Bayern ausgebildet wurde, „flexibel einsetzbar“ ist und über „viel Potenzial“ verfügt. Zudem erfülle er die U-23-Regel, die besagt, dass Drittligisten immer mindestens vier Spieler im Kader haben müssen, die jünger als 23 Jahre alt sind.

Bereits beim Training am Dienstag werden die beiden Neuzugänge dabei sein. Und vielleicht sind sie ja auch schon für das Auswärtsspiel bei Dynamo Dresden am Sonnabend um 14 Uhr eine Option.

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