Volksstimme vom 20.08.2015
Autor: Uwe Tiedemann

Drittligist bei Mitaufsteiger Werder II / Schiller: Stufen Situation vernünftig ein

Fußball-Magdeburg blickt am Freitag gespannt Richtung Bremen und fragt sich: Bleibt der so famos in die Saison gestartete FCM auch am vierten Drittliga-Spieltag bei Werders U 23 ungeschlagen?

Magdeburg l Die Ausgangslage für die Elbestädter ist ähnlich wie vor dem ersten Auswärtsspiel in Mainz (2:2). Auch da musste der Club bei einer Bundesliga-Reserve ran. Trainer Jens Härtel machte am Mittwoch auf der mittlerweile obligatorischen Pressekonferenz in der MDCC-Arena aber deutlich: „Mainz hatte nach dem Aufstieg 2014 Anpassungsprobleme, ist erst im zweiten Jahr deutlich gefestigter. Es sieht so aus, als ob Werder das ebenso bevorsteht. Denn nach dem Auftaktsieg in Rostock haben sie zweimal verloren.“

Der FCM-Chefcoach forderte von seinem Team, gegen einen Mitaufsteiger anders, nämlich mit mehr fußballerischer Qualität, aufzutreten, als das in Mainz der Fall war, als seine Schützlinge vor allem in der zweiten Halbzeit gehörig ins Schwimmen gerieten und am Ende von Glück sagen konnten, dass es noch zu einem Punkt reichte. Die Zielstellung indes ist klar. „Wir haben einen Lauf, zuletzt eine Menge Selbstbewusstsein getankt und fahren daher nach Bremen, um das Maximale herauszuholen. Und das sind drei Punkte“, betonte Härtel, wohlwissend, dass immer auch das nötige Quäntchen Glück dazugehört. So wie zuletzt beim 2:1 im Derby gegen den HFC, als wir, so Härtel, „auch mit einem Punkt zufrieden gewesen wären“.

Es ist derzeit vor allem die Mentalität, die der Trainer an seiner Elf so schätzt: „Wenn ich an all die Nackenschläge denke wie die frühen Rückstände gegen Erfurt und Halle, an die Gelb-Rote Karte für Waseem Razeek im Derby oder an den Dauerdruck in Mainz, und sehe, dass die Jungs nie die Nerven verloren haben, stimmt mich das schon sehr positiv.“

Nun also Werder Bremen, wo Innenverteidiger Felix Schiller zwischen 2005 und 2011 gespielt hat. „Wir sind einerseits total motiviert und andererseits vernünftig genug, die derzeitige Situation mit dem überraschenden zweiten Platz richtig einzustufen. Vom Ziel Klassenerhalt rücken wir keinen Deut ab. Es wäre natürlich schön, so schnell wie möglich nichts mit dem Abstieg mehr zu tun zu haben“, sagte der 25-Jährige und bereitete seine Mitspieler schon einmal auf die Austragungsstätte vor. „Platz 11 hat schon ein besonderes Flair. Von einem richtigen Stadion kann man eigentlich nicht sprechen.“ 5500 Zuschauer passen dort hinein, Bremen hat damit das kleinste Stadion in der dritten Liga.

Schiller geht davon aus, dass sich wie in Mainz wieder zahlreiche Fans mit auf den Weg in den Norden und die Partie möglichst zu einem Heimspiel machen. Dass vermutlich von den Werder-Profis keiner dabei ist, sieht der eisenharte Defensivmann allerdings nicht unbedingt als Vorteil an: „Es ist doch oft so, dass diejenigen, die von oben in die Zweite geschickt werden, gar keinen richtigen Bock haben. Insofern müssen wir uns auf junge und schnelle Werderaner einstellen. Aber egal, wir sind bereit.“

Härtel verwies zudem auf die hohe Durchlässigkeit, die in Bremen herrscht. „Viele U-23-Spieler schaffen dort den Sprung in den Profikader und trainieren auf entsprechend hohem Niveau. Aber vielleicht erwischen wir sie auf dem falschen Fuß.“

Zur taktischen Ausrichtung in Bremen wollte sich Härtel wie gewohnt nicht äußern. Die Fangemeinde vertraut darauf, dass der oberste Übungsleiter wie schon so oft in seiner Amtszeit beim FCM die richtigen Marschroute parat hält.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich akzeptiere