Volksstimme vom 30.06.2015
Autor: Uwe Tiedemann

Neuzugänge schlagen ein / 1100 verkaufte Dauerkarten / Sportchef entspannt

Nach einer Woche Vorbereitung ist Drittliga-Aufsteiger 1. FC Magdeburg voll im Soll. In zwei Testspielen gelangen stolze 37 Tore, das Team hat durch die Neuzugänge qualitativ dazugewonnen, und auch der Dauerkartenvorverkauf entwickelt sich mit 1100 Tickets (bislang auf Mitglieder begrenzt) positiv.

Magdeburg l 2014/15 traf der Club in seinen acht Vorbereitungsspielen insgesamt 44-Mal. Jetzt sind es nach zwei Partien schon 37 Tore. Zugegeben, der Vergleich hinkt ein wenig, weil vor allem Kreisligist Eintracht Hohenwarthe beim 26:0 kein Maßstab war. Und doch deutet sich an, dass die Verantwortlichen um Sportchef Mario Kallnik clever eingekauft haben. Allen voran Offensiv-Allrounder Manuel Farrona-Pulido (22), der am Sonnabend beim 11:0 gegen eine Anhalt-Auswahl mit Lars Fuchs und Christian Beck mitunter prima harmonierte. Das bestätigte auch Co-Trainer Ronny Thielemann, der aber zugleich betonte: „Das sind alles nur Momentaufnahmen und sollte nicht überbewertet werden.“ Aber auch der zweite Transfer von Wacker Nordhausen, Jan Löhmannsröben (24), zeigt sich schon sehr präsent und könnte der Defensive auf der „6“ zusätzliche Stabilität verleihen.

Der Kampf um die Stammplätze ist jedenfalls voll entbrannt. Da ist es fast normal, dass bei täglich zwei kräftezehrenden Einheiten auch Ausfälle zu beklagen sind. Doch noch sind die Blau-Weißen von schwereren Verletzungen verschont geblieben, die Zwangspausen von Steffen Puttkammer (Sprunggelenk) und Ryan Malone (muskuläre Probleme) „absolut nicht dramatisch“, wie es Thielemann formulierte.

Erfreulich zudem, dass Torhüter Jan Glinker nach seinem Innenbandteilanriss weiter Fortschritte macht und bald voll einsteigen will. Aus diesem Grunde hat der Verein auch Testtorhüter Tim Stienemann (Alemannia Aachen II) wieder weggeschickt.

Einen entspannten Eindruck macht dieser Tage auch Kallnik. Weiß doch der 40-Jährige, dass das Gerüst steht (bis auf Nico Hammann alle Führungsspieler dageblieben), dass er Trainer Jens Härtel „blind“ vertrauen kann und dass die Neuzugänge auch ohne Drittliga-Erfahrung gute Jungs sind und richtig brennen werden. Kallnik: „Einen anderen Weg gab es auch gar nicht. Wir sind zwar entschuldet, was aber eben nicht heißt, dass wir deswegen mehr Geld zur Verfügung haben. Vereine wie Dresden oder Chemnitz sind uns mit einem teilweise deutlich höheren Etat zwei, drei Jahre voraus, weil sie sich in dieser Zeit in der dritten Liga konsolidiert haben. Da wollen wir aber erst noch hin.“ Dennoch gibt sich der Sportchef kämpferisch: „Respekt ja, aber Angst haben wir vor keinem Gegner.“

Der FCM bestreitet morgen (14 Uhr, Nebenplatz 2 der MDCC-Arena) gegen den Berliner AK sein drittes Testspiel.

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