Von Anne Toss ›

Der Heimsieg des 1. FC Magdeburg und die Verpflichtung von Otmar Schork als Sportdirektor sollen einen Wendepunkt markieren.

Magdeburg l Thomas Hoßmang ballte die Faust, brüllte seine Freude über den 2:1-Heimsieg hinaus, während die Ersatzspieler auf den Rasen stürmten und Präsident Peter Fechner das Treiben lautstark von der Tribüne aus beklatschte. Die Erleichterung beim 1. FC Magdeburg nach diesem wichtigen Erfolg gegen den FC Bayern München II am Sonnabend – sie war nicht nur spürbar, sie stand den Verantwortlichen regelrecht ins Gesicht geschrieben.

Und vor allem Hoßmang, der in der vergangenen Woche damit konfrontiert war, dass diese Partie bei einer Niederlage seine letzte als FCM-Trainer hätte sein können, rang nach Abpfiff mit den Worten. „Es geht nicht um meine Person. Ich bin ein Teil dieses Vereins über eine gewisse Zeit“, sagte Hoßmang dem MDR, holte tief Luft, „und es ist einfach wichtig, dass das jetzt so eingetreten ist.“ Erstmals räumte er ein: „Ja, es war Druck auf dem Kessel.“

FCM zu Beginn mit Glück

Vielleicht hielt sich der FCM auch deshalb in der ersten Halbzeit (0:0) sehr zurück. Die Blau-Weißen standen tief, versuchten, mit langen Bällen gefährlich zu werden. Keine einzige klare Torchance sprang dabei heraus. Doch die Magdeburger hatten Glück: Der Gegner war einem Führungstreffer zwar näher, er fiel aber nicht. Auch, weil Torhüter Morten Behrens schon nach neun Minuten einen Schuss von Nicolas Kühn stark parierte, der sich im Rücken von Verteidiger Dominik Ernst davongestohlen hatte.

Von der geforderten Balance zwischen eigenem Ballbesitz sowie Anlaufen und Pressen war wenig zu sehen, der FCM gönnte sich eindeutig mehr Ruhephasen. „Wir waren im letzten Drittel nicht konsequent, hatten nicht viele Möglichkeiten“, so Hoßmang. Das änderte sich allerdings nach seiner Halbzeitansprache. Präsenter, couragierter trat die Mannschaft auf. Und ging durch zwei Einzelleistungen von Maximilian Franzke (49.) und Raphael Obermair (60.) in Führung. Die Gäste konnten in der 80. Minute per Elfmeter nur noch den Anschlusstreffer herstellen.

Diskussionen werden anhalten

Die Rote Laterne hat der FCM somit vorerst an Meppen abgegeben, steht allerdings lediglich auf dem vorletzten Platz. Und auch wenn die Diskussionen um Hoßmang zunächst leiser werden dürften, aufhören werden sie nicht. Hier spielt sicherlich auch mit hinein, wie sich der neue Sportdirektor Otmar Schork positionieren wird. Die Personalie ist beim Club nach dem Heimsieg bekanntgegeben worden. Der 63-Jährige erhält einen Vertrag bis Juni 2022. Schafft der FCM den Klassenerhalt, soll Schork im Sommer zum Geschäftsführer Sport berufen werden.

Schork selbst spricht auf der Vereinsseite von einer „Herausforderung“ und „anspruchsvollen Aufgabe“, die er nach „reiflicher Überlegung“ annehmen werde. „Beim SV Sandhausen habe ich viele Jahre mit einem vergleichsweise geringen Budget gearbeitet. Trotzdem hat sich der Verein behauptet und ist mittlerweile ein fester Bestandteil der 2. Bundesliga“, wird er dort weiter zitiert. Schork war sowohl von 1994 bis 2002 als auch von 2011 bis 2019 für Sandhausen als sportlicher Leiter tätig.

Schork punktet mit Erfahrung

Lutz Petermann, Aufsichtsratsvorsitzender des FCM, erklärt die Entscheidung folgendermaßen: „Wir sind fest davon überzeugt, dass uns Otmar Schork mit seiner enormen Erfahrung weiterhelfen wird, damit wir möglichst schnell die gegenwärtig negative sportliche Entwicklung stoppen können.“

Welche Schritte Schork für notwendig erachtet, um den Verein wieder in ruhiges Fahrwasser zu bringen, wird eventuell schon am Dienstag klarer werden. Denn da wird er beim FCM offiziell vorgestellt.

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