Erst 2:0 gegen den Karlsruher SC, dann 2:1 bei Wehen Wiesbaden – im Stile eines Aufsteigers hat der 1. FC Magdeburg die Spitzenspiele in der 3. Liga gegen die direkten Rivalen gemeistert.

Der Aufstieg in die 2. Bundesliga ist dem FCM damit vier Runden vor Saisonende kaum noch zu nehmen.

„Die Mannschaft will das jetzt packen mit allem was sie hat“, sagte Trainer Jens Härtel bei Telekom Sport, warnte aber zugleich: „Wir haben jetzt etwas Luft auf Wehen, aber wir haben noch nichts erreicht.“

Etwas deutlicher wurde Christian Beck. „Wenn wir uns jetzt noch den Aufstieg versauen, können wir mit dem Fußball aufhören“, sagte der Stürmer sichtlich euphorisiert vom so wichtigen Auswärtssieg: „Ich glaube, dass wir jetzt in der Lage sind, die nötigen Punkte zu holen und in die zweite Liga aufzusteigen.“

Wer die letzten Auftritte des FCM gesehen hat, kann Beck eigentlich nur zustimmen. Es ist ganz schwer vorstellbar, dass die Mannschaft den Aufstieg noch verspielt. Magdeburg tritt souverän und fokussiert auf und zeigt keine Nerven – eben im Stile eines Aufsteigers.

Fünf Punkte, die den FCM im Saison-Finale so stark machen

Die Form

Seine Formkrise nahm sich der FCM zum Rückrundenstart, pünktlich zur heißen Schlussphase ist das Team so stark wie nie zuvor. Seit sieben Liga-Partien unbesiegt, zuletzt drei Siege in Serie – wenn es drauf ankommt, ist Magdeburg voll da. Allen voran in den Duellen gegen die Tabellen-Nachbarn. „Es war natürlich extrem wichtig, das nächste Spitzenspiel zu gewinnen“, sagte Jens Härtel. Das ohnehin große Selbstvertrauen der Ottostädter wächst immer weiter.

Die Effektivität

Wirklich schlechter war Wehen Wiesbaden am Freitagabend nicht, gewonnen hat aber der FCM. „Die Chancenverwertung“, antwortete Wehens Torjäger Manuel Schäffler kurz und bündig auf die Frage, was den Unterschied ausgemacht hat. Und auch Trainer Rüdiger Rehm analysierte: „Magdeburg hat die Qualität zuzuschlagen, wenn der Gegner mal kurz nachlässt. Das haben wir nach der Pause getan.“

Die Mehrzahl der Chancen hatten die Gastgeber, mehr Tore schoss aber der FCM. „Das ist überragend gemacht von Tobi. Mit solchen Momenten entscheidest du ein Top-Spiel“, sagte Keeper Alexander Brunst über den perfekt gespielten Konter, den Tobias Schwede zum 2:0 abschloss. Der FCM ist hinten stabil und vorne eiskalt – eine ideale Mischung.

Der Kader

Der FCM hat keinen klassischen Star in seinen Reihen, keinen Ausnahme-Torjäger. Die Qualität der Mannschaft verteilt sich auf 18 bis 20 Spieler, die allesamt Startelf-Ambitionen hegen. Trainer Härtel lässt immer wieder etwas rotieren, was sich auszahlt. Auf Ausfälle und Formschwächen kann Magdeburg perfekt reagieren, weil andere Spieler ihre Chance nutzen. Der Konkurrenzkampf ist groß, davon profitieren am Ende alle. Zuletzt spielte Marcel Costly groß auf, davor Florian Pick. Und dass Tobias Schwede und Philip Türpitz sich im Saisonfinale in Bestform zeigen, macht auch einen Teil des Unterschieds aus.

Die Fans

„Gucken Sie sich die Fans an, das ist Wahnsinn, das ist mindestens zweitligatauglich“, sagte Torjäger Beck nach dem Wiesbaden-Spiel, als in der Gästekurve über 2000 Blau-Weiße den Auswärtssieg feierten. „Wie in einem Heimspiel“, empfand Torwart Brunst die Stimmung in der Brita-Arena und teilte das wohl schönste Lob aus, was der Anhang bekommen kann: „Wenn wir unsere Fans nicht hätten, würden wir auch nicht so weit oben stehen!“ Bei Heimspielen kommen im Schnitt fast 18.000, auswärts reisen knapp 1800 mit – das sind Bestwerte in der 3. Liga. So wird der Support zum ernsten Faktor im Aufstiegskampf.

Das Glück

Der KSC verschoss kurz vor Schluss beim Stand von 0:1 einen Elfmeter, Wiesbaden traf in der letzten Minute den Pfosten. „Am Ende braucht man in so einem Spiel ein bisschen Glück“, weiß auch Trainer Härtel einzuschätzen. Laufen die beiden knappen Szenen gegen den FCM, hätte er nun nur drei anstatt acht Punkten Vorsprung auf Wiesbaden. Das bleibt aber ein Rechenspiel. Und ohne das nötige Glück ist noch kein Team aufgestiegen. Der FCM hat es zur rechten Zeit.

(mz)

Dieser Artikel wurde verfasst von Benjamin Binkle

* Der Beitrag „FCM kurz vor dem Aufstieg: Fünf Gründe, warum Magdeburg so stark aufspielt“ stammt von Mitteldeutsche Zeitung. Es gibt keine redaktionelle Prüfung durch FOCUS Online. Kontakt zum Verantwortlichen hier.

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