Von Dennis Uhlemann ›

Der vom Zweitligisten Holstein Kiel ausgeliehene Torhüter Timon Weiner will beim FCM „so viel Spielpraxis wie möglich sammeln“.

Meuselwitz/Magdeburg l So richtig zugeben wollte Timon Weiner es nicht, doch sein Lächeln verriet es. Der neue Keeper des 1. FC Magdeburg wusste ziemlich genau, dass er in Meuselwitz einige Pluspunkte beim Trainerteam sammeln konnte. Beim 1:3 (1:2) im Test gegen den Zweitligisten Erzgebirge Aue war Weiner der beste Spieler im FCM-Dress. Mit zahlreichen Paraden verhinderte er, dass die Niederlage noch höher ausfiel. „Ich habe drei Gegentore bekommen, damit kann man nicht zufrieden sein“, sagt er zunächst, um dann noch bescheiden zu ergänzen: „Ich denke, es war trotzdem ein vernünftiges Spiel von mir. Dafür, dass ich so lange raus war.“

Der vom Zweitligisten Holstein Kiel für zwei Jahre ausgeliehene Torhüter zog sich vor gut sechs Monaten eine Kapselverletzung im Knie zu. Sein letztes Spiel für die Regionalliga-Reserve der Kieler bestritt er Anfang März. „Es fühlt sich super an, wieder auf dem Platz zu stehen. Ich war lange genug draußen.“ Und nun durfte der 21-Jährige durchspielen. Morten Behrens, mit dem er um den Platz im Tor kämpft, blieb draußen, obwohl er in Meuselwitz dabei war. Vielleicht auch, weil Weiner im „ersten richtigen Testspiel“, bei dem er bei seinen Vorderleuten „zu viele einfache Fehler“ beobachtete, einen sehr sicheren Eindruck machte. Und nach so einer langen spielfreien Zeit ist das nicht selbstverständlich.

Behrens mit bärenstarker Saison

Aber das liegt sicher auch daran, dass sich der gebürtige Essener bereits in der Elbestadt eingelebt hat. „Ich wurde super von der Mannschaft aufgenommen. Wir haben trotz des Corona-Starts alle schnell zusammengefunden“, gibt er einen Einblick. Als der Drittligist zu Beginn der Vorbereitung in häusliche Quarantäne musste, hatte Weiner „Glück, schon eine Wohnung gefunden zu haben“.

Doch wie stehen die Chancen für den ehemaligen Nachwuchs-Nationalkeeper, der von der U 15 bis zur U 20 sieben Länderspiele absolvierte, mit einem Stammplatz in den FCM-Pflichtspielen? Er selbst macht klar: „Ich möchte so viel Spielpraxis wie möglich sammeln.“ Ob nun mit Behrens aber ein wirklicher Zweikampf – mit Nachwuchsmann Tom Schlitter im Rücken – um den Platz im Tor entsteht, bleibt abzuwarten. Einerseits lässt sich Behrens nach seiner bärenstarken Vorsaison sicher nicht so einfach aus dem Tor verdrängen, andererseits kam auch der 23-Jährige im Vorjahr – genau wie Weiner jetzt – nur mit Regionalliga-Erfahrung zum FCM. Und reifte erst an der Elbe zu einem souveränen Profi.

Warum sollte das Weiner nicht zuzutrauen sein? Der 1,91 Meter große Blondschopf freut sich auf jeden Fall auf den fairen Zweikampf: „Wir müssen weiter Gas geben. Wir werden in der Vorbereitung beide unsere Spielzeit bekommen und müssen unsere Leistung abrufen. Am Ende wird der Trainer eine Entscheidung treffen.“

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