Drittligist 1. FC Magdeburg unterlag am ersten Spieltag vor 3115 Zuschauern mit 1:4 (0:1) bei der SG Sonnenhof Großaspach.

Von
Manuel Holscher

Großaspach l FCM-Trainer Jens Härtel brachte am ersten Spieltag mit Steffen Schäfer, Björn Rother, Andreas Ludwig und Felix Lohkemper gleich vier Neuzugänge von Beginn an. Dafür mussten Richard Weil, Tobias Schwede sowie die Neuzugänge Philip Türpitz und Dennis Erdmann zunächst auf die Bank. Felix Schiller saß unterdessen eine Gelb-Rot-Sperre aus der letzten Saison gegen Lotte ab.

Härtel setzte auf ein 3-5-2-System mit Nico Hammann als Abwehrchef. Michel Niemeyer (links) und Nils Butzen (rechts) zogen sich in der Rückwärtsbewegung aus dem Mittelfeld in eine Fünferkette zurück. Im defensiven Mittelfeld räumten Rother und Marius Sowislo ab, Ludwig sollte in der Offensive die Fäden ziehen und die beiden Spitzen Lohkemper und Christian Beck mit Pässen füttern.

Heimspiel in Großaspach

Der FCM übernahm vor mehr als 1200 mitgereisten Fans, die die Partie durch ihre lautstarke Unterstützung zu einem Heimspiel werden ließen, gleich das Kommando. Großaspach stand sehr tief und wartete auf Konter. Der Club schaffte es in den ersten zehn Minuten allerdings kaum, die enge gegnerische Defensive zu überwinden. Auf der anderen Seite wäre ein zu kurzer Rückpass von Hammann fast gefährlich geworden, wenn Joseph-Claude Gyau durchgelaufen wäre (16.). Im Verlauf der ersten Hälfte kamen die Gastgeber zu einer Gelegenheiten durch Daniel Hägele (23.), im direkten Gegenzug war es Lohkemper, der SGS-Torhüter Kevin Broll prüfte. Ansonsten blieb auf beiden Seiten vieles Stückwerk. Typisch für einen ersten Spieltag waren Ungenauigkeiten im Passspiel oder Missverständisse bei manchen Angriffen.

Kurz vor der Pause durfte dann aber doch Großaspach das 1:0 bejubeln. Nachdem Christopher Handke zur Ecke klärte, passte Pascal Sohm den Ball flach an die Strafraumgrenze. Dort stand Sebastian Schiek völlig frei, zog ab und ließ Jan Glinker im FCM-Tor keine Chance (44.).

In der Halbzeit wurde Tobias Schwede für Niemeyer eingewechselt. Niemeyer verletzte sich kurz vor dem Rückstand am linken Fuß. Großaspach zog sich nach dem 1:0 noch weiter zurück und schaltete schnell in die Offensive um, wenn sich die Gelegenheit ergab. Der FCM bemühte sich um einen klaren Spielaufbau und hatte weiterhin mehr Ballbesitz als der Gegner. Doch Großaspach nutzte die unsichere Defensive der Magdeburger gnadenlos aus. Erneut wurde Hammann überspielt, der einen rabenschwarzen Tag erwischte, dann wollte er den Ball klären, passte dabei allerdings zu Gyau, der abzog und die Platzherren mit 2:0 in Führung brachte (56.).

Gegentreffer durch Freistöße

Nach dem zweiten Gegentreffer reagierte der FCM zunächst geschockt. Völlig unauffällig war Ludwig im offensiven Mittelfeld, Lohkemper agierte im Sturm jetzt oft zu hastig. Einen Handelfmeter forderten die Gäste, als Sowislo einen Gegenspieler im Strafraum anschoss. Schiedsrichter Benjamin Brand pfiff aber nicht. Härtel reagierte und setzte noch mal alles auf Offensive. Er brachte Julius Düker und Philip Türpitz für Christopher Handke und Ludwig (70.). Allerdings wurde der Wechsel vor einem Freistoß von Großaspach vorgenommen, den Hammann verursacht hatte. Und diesen Freistoß traf Kapitän Daniel Hägele mit voller Wucht und ließ die Gastgeber das 3:0 bejubeln (72.). Somit hatte sich der offensive Ansatz der beiden Wechsel erledigt, die Vorentscheidung war gefallen. Lohkemper war es, dem ind er 85. Minute der Ehrentreffer gelang. Die Klatsche wurde dann allerdings durch einen verwandelten Freistoß von Özgür Özdemir zum 4:1-Endstand perfekt gemacht (88.).

FCM: Glinker – Handke (70. Türpitz), Hammann, Schäfer – Sowislo, Rother – Butzen, Ludwig (70. Düker), Niemeyer (46. Schwede) – Beck, Lohkemper.

3 Antworten zu “FCM kassiert zum Auftakt bittere 1:4-Klatsche”

  1. Barista sagt:

    Verwundert mich nicht im Geringsten!
    Die erwartet klare Systemniederlage für Kompaktheitsfetischist Härtel. Wenn man der Mannschaft auch im 4. Jahr nicht mehr zu vermitteln hat als: Bei gegnerischem Ballbesitz alle 11 Mann im eigenen 16er, bei eigenem Ballbesitz blitzartig alle im gegnerischen, und wer sich nicht schnell genug hin u. her beamt wird am Saisonende vom Hof gejagt; dann stellt man sich selbst ein absolutes Armutszeugnis aus.
    Deutlicher als beim 0:1 kann man nicht erkennen, was bei dieser Kompaktheitskacke raus kommt. 10 Mder im eigenen 5meterraum (der 11. Niemeyer wurde grad behandelt) gegen 5 Aspacher. Raumdeckung im eigenen 16er bei einer Ecke, lernt man das in Köln Hr. Härtel?

  2. Schächtel sagt:

    Baristas Kommentar ist in seiner Schärfe schon brutal. Aber ich muss ihm teils Recht geben. Ähnlich sehe ich das auch. Auch diese Niederlage geht zum größten Teil auf die Kappe des Trainers. Angefangen bei der Aufstellung (warum muss ein Sowislo, der ein guter Mensch sein mag, aber fußballerisch schon seit der letzten Saison mit seiner behäbigen Art und Rückwärtsgewandtheit mehr eine Offenbarung denn ein Konstruktivspieler ist) gesetzt sein? Alternativen wurden geholt. Nur muss der Trainer denen auch die Spielpraxis geben. Schlechter können die es doch gar nicht machen. Dazu die seltsamen Torhüter-wechsel-dich-Spiele. Glinker sah bei der Hälfte der Treffer nicht gut aus. Ich habe meinen Nachbarn schon nach 30nminuten gesagt, dass mir das Spiel eher wie ein munterer Sommer-Trainingskick des 1. FCM vorkommt.

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