Volksstimme vom 23.12.2015
Autor: Uwe Tiedemann

Zeremonie im Magdeburger Rathaus / Sonderlob von Trümper

Mit einer offiziellen Feierstunde im Rathaus läutete Fußball-Drittligist 1. FC Magdeburg am Dienstagnachmittag den ersten Teil seines 50-jährigen Jubiläums ein. Weiter ging es als geschlossene Gesellschaft im Ratswaagehotel. Die Ultras machten derweil mit 1200 Fans und fünf Bands im Alten Theater richtig Party.

Magdeburg l Die meiste Zeit des Rede-Marathons wurde Hans-Georg Moldenhauer, langjähriges Vereinsmitglied und DFB-Ehren-Vize-Präsident, eingeräumt, der seinen Rück- und Ausblick mit zahlreichen Bildern auf einer Videowand untermalte. Angefangen bei den FCM-Vorgängern Motor Mitte, SC Aufbau und SC Magdeburg spann Moldenhauer den Bogen über insgesamt 16 Präsidenten, 16 Europopokal-Teilnahmen, 31 Trainern, 18 Kapitänen, 389 Spielern und dem Stadionneubau bis hin zur aktuellen Drittliga-Saison und bescheinigte den derzeit Verantwortlichen „eine hervorragende, professionelle Arbeit“.

Sein letztes Bild zeigten die beiden Logos der 1. Liga und des FCM. Was der 74-Jährige so kommentierte: „Vielleicht marschieren wir durch. Das wäre mein größter Wunsch.“ Und Moderator und Stadionsprecher Jens Hönel zu der Bemerkung veranlasste: „Es gibt davon schon T-Shirts mit der Aufschrift „I have a dream“ (Ich habe einen Traum).

Vor zahlreichen ehemaligen FCM-Größen wie Wolfgang „Paule“ Seguin, Manfred Zapf, Jürgen Pommerenke, Martin Hoffmann und Achim Streich, aber auch dem aktuellen Kader mit Trainer Jens Härtel, Assistent Ronny Thielemann, Kapitän Marius Sowislo und Torhüter Matthias Tischer betonte Oberbürgermeister Lutz Trümper (der als FCM-Präsident 2002 Insolvenz anmelden musste), dass am vergangenen Sonnabend beim 3:1-Erfolg über Mainz II eine „Stimmung herrschte, wie ich sie noch nie erlebt habe.“ Und, so der 60-Jährige: „Der Fußball in Magdeburg wird auf Dauer Bestand haben.“

Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) lobte den FCM mit „seiner einzigartigen Vereinsgeschichte als die erfolgreichste ehemalige DDR-Mannschaft“ und erinnerte an die absolute Krönung am 8. Mai 1974, als er das Finale gegen den AC Mailand „als Student im Tal der Ahnungslosen in Dresden unter Dynamo-Fans im TV gesehen habe“. Auch NOFV-Präsident Rainer Milkoreit reichte sich in die Schar der Gratulanten mit ein.

Auf den Umstand, dass FCM-Ikone Jürgen Sparwasser verärgert fehlte und im Vorfeld den FCM kritisiert hatte („Ich habe den Eindruck, dass die Erfolge der früheren Zeit nicht richtig gewürdigt werden“), reagierte Präsident Peter Fechner gelassen: „Ich bedauere das sehr, möchte es aber nicht weiter bewerten.“

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