Auch im zweiten Drittligaspiel des Jahres 2018 hat es für den 1. FC Magdeburg nicht zu einem Sieg gereicht.

Von
Manuel Holscher

Magdeburg l Gegen den Aufsteiger SV Meppen stand am Sonnabend vor 16.606 Zuschauern in der MDCC-Arena ein 0:0 zu Buche.

Nach dem 0:0 gegen den SV Meppen sah sich FCM-Trainer Jens Härtel in der Pressekonferenz bohrenden Fragen gegenüber. Das ging so weit, dass Gästetrainer Christian Neidhart seinem Kollegen zur Seite sprang. „Ich verstehe nicht, warum man krampfhaft etwas Negatives sucht. Man sollte doch schauen, wo der 1. FC Magdeburg steht und wie viele Punkte der Verein geholt hat“, sagte er.

Dass Neidhart sich für seinen Kollegen einsetzte, ehrt ihn. Er sprach allerdings auch aus der Sicht eines Trainers, dessen Verein mit 32 Punkten nach 22 Spielen weitaus besser dasteht als erwartet.

Schlechte Chancenverwertung

Der FCM hat mit immer noch beachtlichen 47 Zählern nach 22 Partien weiterhin eine sehr gute Ausgangssituation, um das Ziel Zweitliga-Aufstieg zu erreichen. In den vergangenen beiden Partien in Erfurt (1:3) und gegen Meppen zeigte die Mannschaft aber offensichtlich ein anderes Gesicht als in der Zeit vor der Winterpause. „Die Leichtigkeit ist uns ein bisschen abhanden gekommen, dass wir mal mit der ersten oder zweiten Chance das Tor machen. Möglichkeiten hatten wir genug“, sagte Härtel. „Das müssen wir uns erarbeiten, der Punkt kann ein Anfang sein.“

Der Club hatte gerade in Erfurt und auch gegen Meppen durch Julius Düker (27./56.), Michel Niemeyer (31.), Christian Beck (42.) und Dennis Erdmann (49.) gute Gelegenheiten. Magdeburg schaffte es allerdings nicht, die in den letzten 25 Minuten fast ausschließlich tief stehende Emsländer, in der Schlussphase auszuspielen. Zu oft wurde der lange Ball gespielt. Ein Grund dafür war sicherlich auch der katastrophale Zustand des Platzes in der MDCC-Arena.

Systemwechsel zahlt sich nicht aus

Ein weiterer war aber offenkundig das System. Härtel wechselte vom 3-4-3 auf ein 4-3-3 beziehungsweise 4-1-4-1. Dadurch waren aber bis zu acht Spieler inklusive Torhüter hinter dem Ball. Der Abstand zwischen Defensive und Offensive war zu groß, im Mittelfeld entstanden dadurch Löcher – der lange Ball war die logische Konsequenz.

Der Trainer sah das anders und verwies darauf, dass er mit der Systemumstellung zufrieden war. „Wenn wir mit der Dreierkette gespielt hätten, wäre es viel eher zu Löchern gekommen. Wir wollten nicht, dass sich drei Spieler mit einer Spitze des Gegners beschäftigen, sondern schon etwas mehr Druck machen“, sagte er. „Ein kreativer Mittelfeldspieler hätte uns nicht weitergeholfen, weil er einen ordentlichen Platz gebraucht hätte, um seine Qualitäten umzusetzen.“

Der FCM hätte die Meppen-Partie mit etwas Pech am Ende auch verlieren können. Die Gäste hatten durch Nico Granatowski (36.), Benjamin Girth (53.) und Thilo Leugers (71.) gute Chancen.

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