Von Manuel Holscher ›

Beim 1:0 des 1. FC Magdeburg gegen den HFC hat Tarek Chahed stark gespielt. Dabei war die Rolle als Sturmspitze für ihn völlig neu.

Magdeburg l Der 1. FC Magdeburg hatte sich am Sonnabend eine besondere Motivationshilfe überlegt. FCM-Zeugwart Heiko Horner hängte vor dem Spiel gegen den Halleschen FC einen Zeitungsartikel in die Kabine, in dem HFC-Stürmer Terrence Boyd Nasenbluten für den Gegner ankündigt hatte. Die Kampfansage des Gegners als zusätzlicher Schub.

Dass Boyd mit seiner Ankündigung am Ende sogar recht behalten sollte, entbehrte nicht einer gewissen Ironie. Leidtragender war Tarek Chahed, dessen Trikot nach dem Abpfiff tatsächlich blutverschmiert war. Schuld an Chaheds Nasenbluten war aber nicht etwa Boyd, sondern Halles Kapitän Jan Washausen. „Ich habe von ihm im Laufduell eine Hand an die Nase bekommen. Das war aber keine Absicht. Ich habe Taschentücher in Nase gesteckt, dann ging es“, beschwichtigte Chahed. Aber: „Wenn es Terrence Boyd gewesen wäre, wäre ich schon sauer gewesen.“

Chahed stört sich nicht am Nasenbluten

Tarek Chahed ließ sich am Sonnabend von der Blessur aber nicht beeindrucken. Im Gegenteil: Der 23-Jährige machte ein starkes Spiel – und das auf der ungewohnten Position als zweite Sturmspitze neben Kapitän Christian Beck. Sonst spielt er vorwiegend im rechten Mittelfeld oder sogar noch defensiver als Rechtsverteidiger. „Der Trainer hat mir gesagt, dass ich um Christian herumschwirren und die Bälle, die er verlängert, aufnehmen soll. Außerdem sollte ich meine Laufstärke einbringen“, erklärte Chahed.

Das gelang ihm gegen den Halleschen FC richtig gut. Chahed bereitete den Treffer von Sören Bertram per Ablage vor. In der zweiten Hälfte bewies er zudem Übersicht, als er Dominik Ernst einsetzte, der dann zu einer guten Chance kam. Mit Bertram, der diesmal hinter den Spitzen spielte, wechselte er auch immer wieder die Position.

Krämer und Beck loben Chahed

Trainer Stefan Krämer fühlte sich in seiner taktischen Überlegung bestätigt: „Wir haben im Training gesehen, dass Tarek den Innenverteidigern mit seinen schnellen Läufen total auf die Nerven gehen kann. Er war in dieser Rolle sehr wertvoll für uns.“ Und auch Christian Beck lobte die Leistung seines Sturmpartners: „Tarek hat seine Sache super gemacht, das hat unserem Spiel gutgetan – und es war ein Grund für unseren Sieg.“

Es könnte also durchaus ein Experiment mit Zukunft sein. Chahed will sich aber trotz der lobenden Worte nicht ausruhen. Schließlich hat er in der vergangenen und auch in dieser Saison auch schwere Phasen erlebt, in denen er kaum oder gar nicht auf dem Rasen stand.

Schluss mit den Leistungsschwankungen

Die Leistungsschwankungen sollen aber jetzt der Vergangenheit angehören. „Ich denke, dass ich auf einem guten Weg bin. Ich arbeite hart daran, dass es so gut wie zuletzt weitergeht“, sagte Chahed.

In Zukunft dann auch hoffentlich ohne Nasenbluten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich akzeptiere