Von Kevin Gehring

Mit dem 1:0-Erfolg über den 1.FC Kaiserslautern landete der FCM wichtige Zähler im Abstiegskampf und erfüllte damit den Wunsch der Fans.

Magdeburg l Schon nach sechseinhalb Minuten kochten die Emotionen beim Drittliga-Duell zwischen dem 1. FC Magdeburg und den 1. FC Kaiserslautern am Sonnabend hoch. Ein banales Foulspiel von Andreas Müller im Mittelfeld genügte, um im Kellerduell die erste Rudelbildung auszulösen. Diese Szene unterstrich die Brisanz und Bedeutung, die der Begegnung zugrunde lag. Es ging schließlich um ganz wichtige Zähler im Abstiegskampf.

Entsprechend motiviert und engagiert gingen beide Seiten von Beginn an zu Werke. „Ich wusste, dass wir ein sehr intensives Spiel führen müssen“, sagte FCM-Cheftrainer Christian Titz. Und genau dies bekam er von seiner Mannschaft. Spielerische Elemente rückten in den Hintergrund, Zweikämpfe bestimmten das Geschehen, Vorstöße ins letzte Drittel waren selten.

Viele Zweikämpfe, wenig Chancen

Zwar hatte Baris Atik schon in der zehnten Minute eine gute Chance, als Raphael Obermair ihn von links bediente und er per Direktabnahme knapp drüber zielte. Weitere gefährliche Abschlüsse kamen auf Seiten der Hausherren trotz spielerischer Überlegenheit aber nicht hinzu.

Stattdessen war es Gäste-Angreifer Marvin Pourié, der gleich zweimal die Chance zur Führung auf dem Kopf hatte. In der 35. Minute köpfte der Mittelstürmer knapp am linken Pfosten vorbei, unmittelbar vor dem Pausenpfiff genau in die Arme von Schlussmann Morten Behrens.

Dennoch gingen die Hausherren beim Stand von 0:0 mit einem guten Gefühl in die Kabine, wie Titz erklärte. „Wir haben uns gesagt, dass es ein Spiel mit der Zeit wird, weil Räume aufgehen werden“, so der FCM-Coach. Recht sollte er behalten.

Atik trifft wieder zur Führung

Schon zwei Minuten nach dem Wiederanpfiff hatte Atik eigentlich eine freie Schussbahn, vertändelte die Gelegenheit allerdings mit einem schludrigen Abspiel. In der 56. Minute machte es der quirlige Offensivspieler dann besser. Nachdem der wieder auffällige Sebastian Jakubiak seinen Gegenspieler in Linksaußen-Position ausgetänzelt hatte, stahl sich Atik im Rücken der Abwehr davon und schoss aus sechs Metern zum 1:0 ein.

Ließ sich der 26-Jährige seine Freude über den Führungstreffer in München vor einer Woche noch kaum anmerken, war das am Sonnabend  ganz anders. Mit weit aufgerissenen Augen und Zunge draußen drehte Atik jubelnd in Richtung Trainerbank ab, wurde dort von Titz und Mannschaftsleiter Heiko Horner in den Arm genommen. Die Last des Abstiegskampfes fiel in diesem Moment von den Schultern.

Entscheidung erst mit Schlusspfiff

Die endgültige Erlösung für Mannschaft und Fans gab es jedoch erst um 15.50 Uhr –  nämlich, als Schiedsrichter Florian Lechner die Partie beendete und der erste Heimsieg seit 133 Tagen feststand.

Dass es  beim 1:0 blieb, hatte verschiedene Gründe. An der konsequenten Magdeburger Abwehr, die bis auf einen Schuss von Kapitän Jean Zimmer (72.) kaum etwas zuließ. An FCK-Keeper Avdo Spahic, der einen Freistoß vom eingewechselten Sören Bertram stark aus dem Winkel kratzte (87.). Und am ebenfalls eingewechselten Daniel Steininger, der den Ball in der Nachspielzeit nicht ins verlassene Tor einschoss, nachdem Spahic bei einem Freistoß mit nach vorne gerannt war.

Wunsch der Fans erhört

Das alles war um 15.50 Uhr egal. Auf dem Rasen feierten die Spieler und der Betreuer-stab den dritten Sieg aus den letzten vier Spielen, vor dem Stadion die Anhänger mit Feuerwerkskörpern und Gesängen. Die Zielsetzung, die die aktive Fanszene in Form einer großen Choreographie auf der Gegentribüne darstellte, wurde schließlich erreicht: „Einfach nur 3 Punkte.“

„Ich habe verstanden, was die Fans uns mitgeben wollten“, sagte Titz nach seinem ersten Heimerfolg als Trainer des FCM. Nämlich, „dass sie einfach nur mit drei Punkten, egal wie, zufrieden sind“. Dabei boten die Magdeburger sogar eine sehr ordentliche Leistung, wenn auch mit wenigen Glanzpunkten. „Gut war die Mentalität und Bereitschaft, mit der meine Mannschaft aufgetreten ist“, lobte Titz.

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