Das Fußball-Ostderby zwischen dem 1. FC Magdeburg und Dynamo Dresden hat schon immer die Massen elektrisiert. Ein Blick in die Historie.

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Magdeburg l Mit dem FCM und Dynamo treffen zwei Traditionsvereine aufeinander, die sich 79-mal gegenüberstanden. Dabei fällt auf, dass die Bilanz aus Club-Sicht in allen Kategorien, also Punkt-, Pokal- und Freundschaftsspiele sowie Olympiapokal, negativ ist. Insgesamt gab es 22 Siege, 18 Remis und 39 Niederlagen (Meisterschaft: 19/16/33). Der höchste Sieg gelang am 17. April 1982 mit 4:0 durch Tore durch Damian Halata, Jürgen Pommerenke, Rolf Döbbelin und Achim Streich. Die höchste Niederlage kassierten die Blau-Weißen kurz vorher am 24. Oktober 1981 mit 0:5.

Den älteren Club-Anhängern ist besonders die erste FCM-Meistersaison der Vereinsgeschichte 1971/72 in Erinnerung geblieben. Am 7. Januar fand die Flutlicht-Premiere im ehemaligen Ernst-Grube-Stadion ausgerechnet gegen Dresden statt. 35.000 Zuschauer erlebten eine denkwürdige Partie – mit einem Eigentor von Axel Tyll, dem 2:1-Siegtreffer von Wolfgang „Paule“ Seguin und einem 15-minütigen Flutlicht-Ausfall.

FCM holt Titel

Zwei Jahre später holte sich der FCM erneut den Titel. Der Grundstein dafür wurde kurz vor Saisonschluss innerhalb von fünf Tagen bei den Auswärtssiegen gegen die späteren Zweit- und Drittplatzierten Carl Zeiss Jena (2:1) und Dynamo Dresden (1:0) gelegt.

Am 29. April 1978 gewann der FCM das FDGB-Pokalfinale vor 50.000 Zuschauern im Berliner Stadion der Weltjugend gegen Dresden mit 1:0. Manfred Zapf erzielte bereits in der 8. Minute das goldene Tor. Chefcoach war seinerzeit Klaus Urbanczyk, den es aber noch heute wurmt, „dass ich als FCM-Trainer nie Meister geworden bin“.

Fluch im neuen Stadion

Eine wichtige Rolle spielte Dresden auch 2007, als der FCM im neu erbauten, Ende 2006 fertiggestellten Stadion einfach nicht gewinnen und diesen Fluch erst im sechsten Anlauf ablegen konnte. Mittelfeldakteur Michael Habryka traf am 24. März gegen Dynamo zum 1:0-Sieg und räumte hinterher mit entwaffnender Ehrlichkeit ein: „Wahnsinn! Der blindeste Mann auf dem Platz macht das entscheidende Tor.“

Das vorerst letzte Mal kreuzten beide Teams in der Drittliga-Saison 2015/16 die Klingen. Dynamo stieg danach in die 2. Liga auf, der FCM wurde als Aufsteiger starker Vierter und qualifizierte sich dadurch direkt für den DFB-Pokal. Zu einem Dreier reichte es indes nicht. 2:3 ging das Hinspiel verloren, 2:2 hieß es in der MDCC-Arena. Auch bei den Torjägern hatten die Sachsen die Nase vorn. Justin Eilers holte sich mit 23 „Buden“ die Krone, Club-Knipser Christian Beck landete mit 19 Treffern auf Rang zwei.

Immer wieder Randale

Einen breiten Rahmen nahm das Ostderby natürlich ebenso bei den Fans ein. Es gab neben Gänsehaut-Stimmung und bemerkenswerten Choreografien aber leider auch immer wieder Randale. Beim 2:3 am 31. Oktober 2015 in Dresden wurden FCM-Anhänger mit Fäkalien beworfen, im Rückspiel am 16. April 2016 feuerten Dynamo-„Fans“ drei Raketen in den FCM-Block, drehten mehr als 700 komplett durch, weil die Polizei sie nicht ins Stadion gelassen hatte.

Die Folge: Schwere Ausschreitungen und hoher Sachschaden auf dem Stadiongelände. Als Dynamo-Sportchef Ralf Minge die Lage im Innenraum beruhigen wollte, wurde er wegen seiner auffälligen Kleidung mit löchriger Jeansjacke und schwarzem Kapuzenpullover von Ordnern nicht erkannt und vorübergehend sogar in Gewahrsam genommen. Sein süß-saurer Kommentar hinterher: „Ich bin nur gegen Kaution wieder frei.“

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