Von Manuel Holscher ›

Der 1. FC Magdeburg hat beim 0:0 gegen den 1. FC Heidenheim einen dringend benötigten Befreiungsschlag verpasst.

Magdeburg l Für Christian Beck war es eine völlig neue Rolle. Gestern war der verletzte Kapitän des 1. FC Magdeburg Co-Kommentator bei einem Radiosender und begleitete das Geschehen auf dem Rasen mit einem Headset auf dem Kopf. Neben ihm saßen als moralische Unterstützung Nils Butzen und Christopher Handke, die nicht im Kader waren.

Heidenheim anfangs stark

Beim 0:0 im Zweitligaspiel gegen den 1. FC Heidenheim strapazierte der Club nicht nur die Nerven von Beck allerdings enorm. Anfangs hätten die Gäste gleich zweimal durch Maximilian Thiel in Führung gehen müssen (10./11.). Kurz danach traf Marnon Busch mit einem Weitschuss aus über 20 Metern die Unterkante der Latte (18.). Der FCM wurde erst durch einen Weitschuss von Jan Kirchhoff erstmals auffällig (16.).

FCM-Trainer Michael Oenning wechselte im Vergleich zum 1:1 in Dresden einmal: Für Michel Niemeyer kehrte der zuletzt verletzte Rico Preißinger in die Mannschaft zurück.

FCM mit guter Statistik

Die Blau-Weißen waren in der ersten Halbzeit zwar häufiger am Ball (64 Prozent), spielten ansehnlich und gewannen auch mehr Zweikämpfe (54 Prozent). Selbst die Passquote war mit 83 Prozent für Magdeburger Verhältnisse überragend. Heidenheim war in der Vorwärtsbewegung aber wacher, handlungsschneller und deshalb gefährlicher.

Ein Problem waren auch die Standards der Gastgeber. Der Club hatte am Ende elf Eckbälle und viele Freistöße, blieb aber stets viel zu harmlos.

Sekunden vor dem Halbzeitpfiff hätte sich Marius Bülter, der gestern seinen 26. Geburtstag feierte, fast selbst beschenkt. Sein Schuss wurde aber von Heidenheims Torhüter Kevin Müller gut pariert (45.+1). „Wir haben gut gespielt, wir haben uns während der Partie gesteigert“, resümierte Abwehrchef Dennis Erdmann.

Offensive Wucht nach der Halbzeit

Der FCM kam mit Schwung aus der Kabine. Bülter und Preißinger stocherten im gegnerischen Strafraum am Ball herum, ohne torgefährlich zu werden (47.). Drei Minuten später schoss Felix Lohkemper aus spitzem Winkel ans Außennetz.

Der Club brachte jetzt die offensive Wucht auf den Rasen, die das Team in der vergangenen Drittligasaison gerade zu Hause so ausgezeichnet hatte. Heidenheim war beeindruckt. Vor allem Lohkemper war kaum einzufangen.

Nach gut einer Stunde hatten die Zuschauer den Torschrei schon auf den Lippen: Philip Türpitz dribbelte sich in eine gute Abschlussposition und zog ab. Auf der Linie rettete aber Busch für den bereits geschlagenen Torhüter Müller (63.).

FCM in Überzahl

Für den angeschlagenen Türpitz kam dann Tarek Chahed ins Spiel (64.). Nach einem starken Antritt von Chahed wusste sich Norman Theuerkauf nur noch durch ein Foul zu helfen. Der Heidenheimer war aber schon verwarnt und wurde von Schiedsrichter Benedikt Kempkes folgerichtig mit Gelb-Rot vom Platz geschickt (72.).

In der Schlussphase wurde es dramatisch: Nach einem Foul von Niklas Dorsch an Marius Bülter gab Kempkes Elfmeter. Felix Lohkemper lief an, traf aber nur den Pfosten (90.). Der FCM versuchte danach alles, am Ende blieb aber nur die Enttäuschung. „Es ist immer die alte Leier“, meinte Erdmann. „Wir sind einfach nicht vom Glück geküsst. Heute hatten wir den Sieg auf dem Silbertablett und haben es nicht genutzt. Aber das interessiert mich schon gar nicht mehr, das wird niemanden umwerfen. Wer hart arbeitet, wird auch irgendwann belohnt.“

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