Von Manuel Holscher ›

Der 1. FC Magdeburg will im Sachsen-Anhalt-Duell beim Halleschen FC den nächsten Schritt in Richtung Klassenerhalt machen.

Magdeburg l Als Tobias Müller beim 2:0 gegen Viktoria Köln nach gut einer Stunde ausgewechselt wurde, gab es einige bange Blicke auf der spärlich besetzten Tribüne. Schließlich hatte der Innenverteidiger des 1. FC Magdeburg seit dem Drittliga-Neustart alle vier Partien über 90 Minuten absolviert.

Hatte sich Müller etwa verletzt? „Diese Frage habe ich nach dem Spiel häufiger gehört“, verrät er. „Ich kann aber Entwarnung geben. Nach den enormen Belastungen der vergangenen Wochen und dem extrem stickigen Wetter am Sonnabend hatte ich schon in der Halbzeit angedeutet, dass ich diesmal etwas früher runter möchte.“ Deshalb unterhielt sich Müller auch in der Pause bereits mit Mitspieler Brian Koglin, der für ihn auf den Rasen kam. „Es ging darum, dass er sich auf die Situation einstellen kann. Brian hat das super gemacht“, betont Müller.

Personelle Sorgen beim FCM

Vor dem Spiel am Dienstagabend (20.30 Uhr) beim Halleschen FC wird immer mehr klar, dass der FCM personell an seine Grenzen kommt. Neben den Langzeitverletzten Dus-tin Bomheuer (Kreuzbandriss), Philipp Harant (doppelter Bänderriss) und Dominik Ernst (Aufbautraining) sowie den angeschlagenen Tarek Chahed und Patrick Möschl (jeweils Muskelverletzungen) fallen nämlich auch Thore Jacobsen und der gegen Köln starke Marcel Costly jeweils wegen einer Gelbsperre aus. Der neue Trainer Thomas Hoßmang wird deshalb personell kaum rotieren können, vielleicht sogar auf Nachwuchsspieler zurückgreifen.

„In dieser Saisonphase müssen wir ganz besonders eng zusammenstehen“, hebt Müller hervor. „Am Sonnabend war die Anspannung sehr hoch, weil wir wussten, wie wichtig das Spiel gegen Köln ist. Nach dem Sieg sind uns deshalb schon einige Felsbrocken vom Herzen gefallen.“

Müller warnt vor früher Freude

Und trotz dieses Erfolgserlebnisses warnt Müller vor verfrühter Freude. Schließlich hat der kommende Gegner Halle nach dem Trainerwechsel beide Partien gegen Mannheim (3:0) und in Meppen (3:2) gewonnen. „Das war schon beeindruckend. Der HFC ist wieder in der Spur, hat sich aus dem Formtief befreit“, erzählt der Innenverteidiger.

Und: „Wir wollen natürlich trotzdem gewinnen oder zumindest einen Punkt mitnehmen. In solchen Partien darf man sich einfach keine Niederlage erlauben. Wir wissen, dass dieses Spiel auch für viele Fans sehr wichtig ist.“

Hinspiel als Motivation

Als zusätzliche Motivation kann das Hinspiel dienen, dass der FCM gegen einen damals ganz oben stehenden HFC mit 1:0 für sich entschied. Das entscheidende Tor erzielte übrigens Sören Bertram, der von 2013 bis 2016 ebenfalls in Halle spielte.

Tobias Müller, der in der Saison 2017/18 das HFC-Trikot trug, hat hingegen keine große Beziehung mehr in die Stadt an der Saale. Über die Vergangenheit will Müller aber gar nicht mehr so viel sprechen. „Natürlich kenne ich noch einzelne Spieler, aber der Kontakt ist nicht mehr so intensiv. Nach meinem Weggang gab es zudem einen personellen Umbruch“, erklärt er.

Derby gegen HFC richtungsweisend

Dass sich der 25-Jährige, der 2018 vom HFC kam, in Magdeburg zu Hause fühlt hat er durch seine vorzeitige Vertragsverlängerung bis Sommer 2022 noch mal untermauert. Und diesen Vertrag möchte er natürlich möglichst mindestens in der 3. Liga erfüllen.

Das Spiel in Halle hat für den Club im Kampf um den Klassenerhalt einen richtungsweisenden Charakter. Schließlich kommt den direkten Duellen im engen Tabellenkeller eine besondere Bedeutung zu. Der FCM ist mit 40 Punkten momentan auf dem 13. Platz, Halle mit 39 Zählern einen Rang dahinter.

FCM hat Selbstvertrauen geholt

„Durch den Sieg gegen Köln haben wir etwas Rückenwind bekommen. Dieser Erfolg war ganz wichtig für das Selbstvertrauen der Jungs. Außerdem ist ein solches Sachsen-Anhalt-Duell sowieso immer etwas Besonderes“, sagt Trainer Hoßmang.

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