Von Manuel Holscher ›

Dem 1. FC Magdeburg bietet sich am Mittwoch beim Aufstiegskandidaten FC Ingolstadt die zweite Chance für den Klassenerhalt.

Magdeburg l Mit zahlreichen Gedanken im Gepäck sind die Spieler des 1. FC Magdeburg gestern in den Mannschaftsbus gestiegen und haben sich auf den Weg nach Ingolstadt gemacht. Am Mittwochabend (19 Uhr) tritt der FCM beim Aufstiegskandidaten an und versucht, den Drittliga-Klassenerhalt perfekt zu machen.

Die Gedanken der Spieler auf der Reise dürften sich dabei noch immer um die vergebene Chance am vergangenen Sonntag gegen Großaspach (0:1) gedreht haben. Die tabellarische Ausgangslage hat sich im Vergleich zum Aspach-Spiel auch kaum verändert. Deshalb sagt Torhüter Morten Behrens trocken: „Wir brauchen noch einen Sieg und dann sind wir durch. Das traue ich uns auf jeden Fall zu.“

FCM muss alte Tugenden zeigen

Damit das auch gelingt, muss das Team heute aber die Leidenschaft auf den Platz bringen, die den FCM über Jahre ausgezeichnet und erfolgreich gemacht hat. Eine Leidenschaft, die dem Gegner suggeriert, dass bis zur letzten Minute gekämpft und nicht aufgegeben wird. Und die gerade jetzt im Abstiegskampf gefordert ist.

Die Mannschaft muss den Kampf annehmen, um mit dem Klassenerhalt das Minimalziel in dieser Saison zu erreichen. Jeder Spieler sollte hierfür die eigenen Interessen zurückstellen, die Mannschaft sich als Team präsentieren. Gerade gegen Großaspach war davon nämlich viel zu wenig zu sehen. Der unbedingte Wille, die Entschlossenheit, das Ziel Klassenerhalt zu erreichen, waren nicht zu erkennen.

Fans lassen ihrem Ärger freien Lauf

Entsprechend frustriert reagierten auch viele FCM-Fans, ließen ihrem Ärger in sozialen Netzwerken freien Lauf. Von Magdeburger Grundtugenden und der oft zitierten DNA war dort die Rede. Von Teamgeist und Zusammenhalt – all das, was in dieser Saison bei dieser Mannschaft viel zu kurz kam.

Nach dem Aspach-Spiel diskutierten einige Fans mit Spielern vor dem Stadion. Die Stimmung war grundsätzlich konstruktiv, die Sorgen der Anhänger aber klar: Es geht schließlich um die sportliche Zukunft des Vereins. Und um die drohende Rückkehr in den so ungeliebten Amateurfußball.

FCM muss ans Limit gehen

Dass der Club heute an sein Leistungslimit gehen muss, wird beim Blick auf die jüngste Bilanz des Gegners deutlich: Schließlich gewann der Tabellenvierte Ingolstadt die vergangenen drei Spiele, ist mittlerweile seit sechs Partie ohne Gegentreffer und unterlag seit dem Neustart nur zum Auftakt mit 1:2 gegen Tabellenführer Bayern München II. Es gibt sicherlich bessere Aussichten auf einen Auswärtssieg.

Was Hoffnung macht: Nach dem Neustart zeigte der FCM gerade dann gute Spiele, wenn niemand im Vorfeld damit gerechnet hatte. Und besonders dann, wenn der Club nicht selbst das Spiel machen musste, wenn das Team reagieren konnte. Das war beim 1:0 in Würzburg so und zuletzt beim 2:2 gegen Bayern München II. „Vielleicht brauchen wir diesen Druck“, sagt deshalb auch FCM-Torhüter Morten Behrens.

Blamage gegen Aspach vergessen machen

Klar ist: Die Lage ist so ernst wie seit Jahren nicht mehr. Mit diesem Druck muss die Mannschaft umgehen, sie steht nach dem blamablen Auftritt jetzt in der Pflicht, es besser zu machen.

So sieht es auch FCM-Kapitän Christian Beck, der einen Einblick in sein Seelenleben gibt: „Der FCM ist mein Herzensverein und das wird auch immer so bleiben. Ich werde alles geben und weiter vorangehen, damit wir den Klassenerhalt schaffen.“

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