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Schlechte Laune zum Saisonstart? Nein, das wollte der 1. FC Magdeburg seinen Fans ganz offensichtlich kein zweites Mal bescheren. Im Heimspiel gegen Rot-Weiß Erfurt dominierte der Fußballclub gegen einen zugegeben völlig überforderten und stark ersatzgeschwächten Gegner nach Belieben, beim 3:0(3:0)-Erfolg waren die Thüringer keine annähernde Herausforderung für den Aufstiegskandidaten.

Dosenöffner nach wenigen Minuten

Sicherlich war bei dem einen oder anderen Anhänger eine gewisse Skepsis zu erkennen gewesen. Das 1:4 in Großaspach zehrte etwas an den Nerven, sicherlich überlagerte das hohe Ergebnis auch die vorhandenen guten Ansätze der Elf von Trainer Jens Härtel – obgleich insgesamt drei Traumtore an der Pleite schuld waren. Für die Schmankerl sorgte indes am Samstag einfach Magdeburg selbst: Ehe Erfurt sich überhaupt richtig sortiert hatte, schlug der neu in die Startelf rotierte letztjährige Chemnitzer Philip Türpitz einen blinden Risikoball in den Strafraum. Weil sich Luka Odak verschätzte, konnte Michel Niemeyer erfolgreich abschließen (3.), einfacher konnte Rot-Weiß es den Hausherren nach wenigen Minuten kaum machen. Magdeburg rollte nun los und erspielte sich weitere Chancen. Etwa durch den Torschützen vom Dienst, einen gewissen Christian Beck? Falsch gedacht! Es war Philip Türpitz, der die Hinterreihe der Gäste immer wieder zur Verzweiflung brachte.

Keine Chance für dezimierter Erfurter

Türpitz nagelte erst einen Abschluss aus 25 Metern unter Mithilfe von RWE-Stürmer Christopher Bieber unten rechts ins Eck (26.), zwei Minuten später traf er ähnlich wuchtvoll oben links (28.). Hundert Punkte an der Torwand, drei Zähler für den FCM – das war schon nach einer halben Stunde beschlossene Sache. Zugegeben: Erfurt, das sich über die gesamten 90 Minuten kaum eine Gelegenheit zu erspielen wusste, erschien personell mehr als arg gebeutelt. Nicht nur die vier Sommertransfer-Verluste muss RWE bekanntermaßen ersetzen, sondern am Samstagnachmittag zusätzlich etwa Kapitän Jens Möckel und seinen Nebenmann Andre Laurito, Mittelfeldtalent Theodor Bergmann, Abräumer Liridon Vocaj oder Torjäger Carsten Kammlott. Magdeburg nutzte das eiskalt aus und hätte im zweiten Durchgang gut und gerne noch nachlegen können, zeigte sich mit den Thüringern aber auch in der letzten halben Stunde in Überzahl – Christoph Menz sah die Gelb-Rote Karte – gnädig.

„Dafür ist man Fußballer“

„Dafür ist man Fußballer: Für so eine Kulisse, für so ein Stadion, für solche Fans. Da muss sich jeder motivieren können“, gab Mann des Tages Türpitz nach Abpfiff gegenüber dem MDR preis. Es ist kein großes Geheimnis, dass er mit dieser Sahneleistung seinen Platz in der Startelf in den nächsten Wochen gesichert haben dürfte. Trainer Jens Härtel ergänzte auf der Pressekonferenz: „Uns hat das frühe Tor richtig dabei geholfen, dass die Jungs auf dem Rasen eine Reaktion zeigen konnten. Wir konnten sogar noch ein bisschen Kraft für das nächste Spiel sparen.“ Weiter geht es für den 1. FC Magdeburg schon am Mittwochabend bei Aufsteiger SV Meppen, der nach zwei Spieltagen noch auf seinen ersten Sieg wartet und am Samstag bei Preußen Münster ähnlich viel Lehrgeld zahlte wie der junge FC Rot-Weiß Erfurt in der MDCC-Arena. Gut möglich, dass die Herausforderung für die Magdeburger dort wieder größer wird…

Quelle : http://www.liga3-online.de

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