Regionalligist 1. FC Magdeburg ist mit minimalem Aufwand ins Halbfinale des Landespokals eingezogen. Das 5:3 beim Oberligisten Union Sandersdorf verlief zwar turbulent, das Weiterkommen des Titelverteidigers war aber nie in Gefahr.

Von Klaus Renner

Sandersdorf/Magdeburg l Ein froh gelaunter und entspannter FCM-Co-Trainer Ronny Thielemann verstaute seine Sporttasche im Reisebus, stellte dabei die rhetorische Frage: „Was zĂ€hlt im Pokal?“ und beantwortete diese im gleichen Atemzug:

Uwe Störzner („Ich hĂ€tte mir den FCM vor sechs Wochen gewĂŒnscht, da haben sie nicht einmal ihr SchnĂŒrsenkel getroffen“) hingegen musste nach dem Abpfiff konstatieren, dass er ein zuvor gegebenes Versprechen nicht einhalten konnte. Der mit Michael SchĂ€dlich befreundete Sandersdorfer Union-Chef hatte dem PrĂ€sidenten des Halleschen FC versprochen: „Diesmal machen wir euch den Weg zum Pokalsieg frei.“ Immerhin waren Sandersdorf und der FCM innerhalb von sechs Jahren viermal gegeneinander ausgelost worden – jedesmal hatten sich die ElbestĂ€dter durchgesetzt. So auch am Freitag Abend.

Zwar hatte sich der FCM bei seinem AuswĂ€rtssieg im Sandersdorfer Sport- und Freizeitzentrum nicht mit Ruhm bekleckert, doch der Einzug in die Runde der letzten vier war nie gefĂ€hrdet. Auch wenn die Elf von Trainer Jens HĂ€rtel manche WĂŒnsche offen ließ, mit einigen guten Torchancen schluderte und in der Abwehr zahlreiche LĂŒcken offenbarte. Der Oberliga-14. hingegen machte aus fĂŒnf guten Möglichkeiten seine drei Tore – ausschließlich mit freundlicher UnterstĂŒtzung der FCM-Hintermannschaft. NachlĂ€ssigkeiten, die schon am kommenden Freitag (19 Uhr, MDCC-Arena) gegen die „Bubis“ von Hertha BSC hĂ€rter bestraft werden.

Das sieht HĂ€rtel ebenso, wenn er sagt: „Uns sind bei den Gegentoren unfassbare Fehler unterlaufen. Das waren Geschenke an Sandersdorf.“

Der FCM-Coach hatte die angeschlagenen bzw. leicht erkrankten Christian Beck, Jan Glinker, Nico Hammann, Christopher Handke und Steffen Puttkammer geschont. Einer nutzte seine Einsatzchance mit Nachdruck: Nicolas Hebisch. Zumindest in Abschnitt eins war der Angreifer auffĂ€lligster FCM-Akteur. Mit seinem klassischen Hattrick zwischen der 16. und 37. Minute stellte der 24-JĂ€hrige frĂŒhzeitig die Weichen auf Weiterkommen.

HĂ€rtel bescheinigte seiner Elf dann doch, „wenn auch etwas holprig, aber verdient ins Halbfinale gekommen“ zu sein. Seine Spieler hatten sich somit ihr trainingsfreies Wochenende verdient, ehe am heutigen Montag die Vorbereitungen auf das nĂ€chste Flutlichtspiel am Freitag beginnen.

Matthias Tischer, der das FCM-Tor gehĂŒtet und in den Schluss-Sekunden noch einen Elfmeter pariert hatte, meinte: „Es war ein offenes, teilweise gutes Spiel. Aber wir können das besser. Unterm Strich ist das Erreichen des Halbfinales wichtig.“ Auch TorjĂ€ger Christian Beck, der sein lĂ€diertes Knie auskurieren sollte und die Partie von der Bank aus verfolgt hatte, sah „ein gut anzusehendes Spiel, bei dem fĂŒr uns nur das Weiterkommen zĂ€hlt“.

Überstunden musste am Freitag lediglich die Polizei machen. Nach dem Spiel hatte es SachbeschĂ€digungen an zahlreichen unweit des Stadions geparkten Fahrzeugen gegeben.

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