Volksstimme vom 01.10.2015
Autor: Uwe Tiedemann
Neue Personalsorgen, aber vorsichtiger Optimismus – so sieht es beim FCM vorm Auswärtsspiel am Freitag in Kiel aus.

Magdeburg l Kummer ist FCM-Trainer Jens Härtel mittlerweile gewohnt. Und so hielt sich der 46-Jährige bei der obligatischen Pressekonferenz in der MDCC-Arena nicht lange mit dem nächsten Ausfall auf (Nils Butzen zog sich eine Kapselverletzung zu, muss rund zwei Wochen pausieren): „Unser Lazarett ist leider voller geworden. Daher müssen wir wieder ein Stück improvisieren, was uns aber zuletzt recht gut gelungen ist.“

Mit Butzen, Lars Fuchs (Bänderanriss und Knochenprellung), Felix Schiller (Achillessehnen-OP), Lukas Novy (Patellasehnen-OP) und Jan Löhmannsröben (nach fünfter Gelber Karte gesperrt) spielt der FCM „ohne fünf“ an der Ostseeküste, will aber, so Härtel, „trotz klarer Außenseiterrolle etwas mitnehmen“.

Wie akribisch der oberste FCM-Übungsleiter seine Mannen auf das sechste Auswärtsspiel (bisher drei Remis, zwei Niederlagen) vorbereitet, zeigt sich auch daran, dass er zuletzt nicht mit Bällen von Ausrüster Uhlsport, sondern von Adidas trainieren ließ, wie sie die Kieler verwenden.

Zwar ist der Club derzeit Siebter, während die Fördestädter auf Platz 13 stehen, doch der Abstand beträgt nur drei Punkte, und Härtel verwies darauf, dass alles auch ganz anders hätte kommen können: „Kiel hat um Haaresbreite den Aufstieg in die 2. Liga verpasst. Und wenn wir in der Relegation an Kickers Offenbach gescheitert wären, betrüge der Abstand zwischen beiden Vereinen jetzt zwei Klassen. Insofern sollte man die Dinge richtig einordnen.“

Dabei gibt es durchaus Gemeinsamkeiten. Kiel und Magdeburg gehören nicht nur der 3. Liga an, sondern spielen auch im Bundesliga-Handball eine führende Rolle und verbindet darüber hinaus die Person Jan Sandmann (37), der in beiden Vereinen hohes Ansehen genießt. Der gebürtige Burger war bis 2000 beim FCM, schaffte dann sogar den Sprung in die Bundesliga (HSV), ging 2004 nach Kiel, wo er 2009 seine Karriere verletzungsbedingt beenden musste und seit 2010 Co-Trainer ist. Gleichzeitig betreibt Sandmann im Jerichower Land eine Fußballschule, die mittlerweile ins zehnte Jahr geht.

Härtel hält Holstein indes für fähig, trotz des durchwachsenen Starts noch ganz oben anzugreifen: „Sie sind in der Lage, wie im letzten Jahr eine Serie hinzulegen und immer noch durchzumarschieren“, erklärte der Fußball-Lehrer, der glaubt, dass die „Findungsphase der Kieler beendet ist“ und die „mit ihrer anderen Art, nämlich mannorientiert Fußball zu spielen“, viele Gegner in Schwierigkeiten bringen können. Von seiner eigenen Elf erwartet Härtel, dass sie „ekelig“ ist, „den Gegner in Zweikämpfe verwickelt“ und in der Defensive die Fehler minimiert.

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