Englische Woche für den FCM: Dienstag geht’s gegen Chemnitz. Manuel Farrona-Pulido will wieder in die Startelf.

Von Uwe Tiedemann

Magdeburg l Farrona-Pulido galt zu Saisonbeginn als der „Königstransfer“ des FCM, fand sich aber plötzlich auf der Ersatzbank wieder, weil aus Sicht von Trainer Jens Härtel die Defensivleistungen nicht ausreichten. Für den 22-Jährigen eine ganz neue Erfahrung, mit der er aber professionell umgeht, die Kritik akzeptiert. Nun erhielt er in Bremen eine neue Chance und zeigte sich klar formverbessert. „Ich habe Gas gegeben und auch für Chemnitz ein gutes Gefühl, aber alles andere muss der Trainer beurteilen“, erklärte Farrona-Pulido nach dem Gastspiel in Bremen diplomatisch.

Seinen größten Auftritt hatte der Flügelflitzer in der 64. Minute, als er den Strafstoß zur 1:0-Führung herausholte. „Es war volle Absicht, dass der Verteidiger mich trifft und es Elfmeter gibt“, beschrieb Farrona-Pulido die Szene.

Aber auch sonst war er ein ständiger Unruheherd und hätte in der 79. Minute eigentlich den Sack zumachen müssen, als er nach einem schönen Konter über Niklas Brandt und Christian Beck mutterseelenallein vor Bremens Keeper Tobias Duff- ner auftauchte, viel Zeit hatte, den Ball aber verzog. Weil knapp zehn Minuten später auch Beck nicht traf, sondern an Duffner scheiterte und quasi im Gegenzug auf der anderen Seite Christopher Handke einen Schuss von Levent Aycicek unhaltbar zum 1:1 abfälschte (90.), wurde aus dem greifbar nahen ersten Auswärtssieg am Ende „nur“ ein Zähler.

Dabei konnte der Club von Glück sagen, dass er nach zu passiver Spielweise in der ersten Hälfte nicht im Rückstand lag. „Wir haben den Bremern da zu viel Platz gelassen, uns in der Halbzeitpause aber richtig heiß gemacht und dann deutlich besser zugepackt“, befand Farrona-Pulido.

Und wie beurteilte Härtel seine Leistung? „Wie er den Elfer rausgeholt hat, war schon überragend. Manuel hat auch sonst mit viel Tempo gespielt, Bälle erobert und ist in die Schnittstellen der Bremer Abwehr gegangen. Aber dafür haben wir ihn ja auch geholt, das erwarten wir einfach. Schade, dass er sich in der Schlussphase nicht mit einem Tor belohnt hat.“ Härtel über seine Defensivarbeit: „Das war phasenweise schon ganz ordentlich. Er ist auf einem guten Weg, aber da ist immer noch Luft nach oben.“

Der FCM-Chefcoach bekräftigte in diesem Zusammenhang noch einmal, dass er den heutigen Fußball so interpretiert, dass immer auch nach hinten gearbeitet werden muss. Wobei er weiß, dass Farrona-Pulido in Nordhausen deutlich mehr Freiheiten besaß, nach hinten wenig absichern musste. Und daher weiß er auch, „dass ein solcher Prozess nicht nur ein paar Tage, sondern ein paar Wochen dauert“. Diese Zeit räumt Härtel seinem Schützling ein, hofft darauf, dass der Wirbelwind noch viele gute Spiele für die Blau-Weißen machen wird.

Vielleicht schon morgen gegen Chemnitz. Farrona-Pulido: „Vor diesem Publikum zu spielen, pusht enorm. Da gibt jeder noch ein paar Prozent mehr. Ich bin optimistisch.“

Nach Clubangaben ist das Interesse für das dritte Ostderby in Folge weiter gestiegen. Die Vorverkaufszahl lag gestern bei 16 000.

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