Dominik Ernst schuftet beim FCM für sein Comeback. Er macht gute Fortschritte und will schon beim Auftakttraining am 10. August dabei sein.Von Dennis Uhlemann ›

Magdeburg l Der braungebrannte Tobias Müller joggte am weißen Strand der griechischen Insel Kos. Patrick Möschl radelte an der Promenade im spanischen Marbella entlang. Und FCM-Neuzugang Korbinian Burger erfreute sich am malerischen Ausblick in den österreichischen Alpen. Die Drittliga-Profis des 1. FC Magdeburg genossen bis zuletzt ihre freien Tage. Zumeist weit entfernt – zumeist in der Sonne.

Dominik Ernst hingegen befindet sich schon länger in Magdeburg. Er arbeitet hart an seiner Rückkehr. Und macht dabei sehr gute Fortschritte. „Es fühlt sich alles gut an momentan. Ich bin im Soll“, berichtet der 29-Jährige über seinen Heilungsverlauf.

Foul mit schweren Folgen

Ernst wurde im Drittliga-Spiel des FCM beim MSV Duisburg am 6. März brutal gefoult. Als der Rechtsverteidiger in der 60. Minute den Ball nach vorn spielen wollte, rauschte Ahmet Engin heran und trat ihm von hinten auf die linke Achillessehne. Und das Foul hatte Folgen. Für den Duisburger, der völlig zu Recht Rot sah und fünf Spiele gesperrt wurde. Viel mehr aber noch für Ernst, der sich bei dieser Aktion nicht nur einen Außenknöchelbruch, sondern auch einen Innenband- und Syndesmosebandriss zuzog.

Es folgten Monate der Schmerzen. Auch die psychische Belastung war groß. „Das war teilweise zermürbend. Am Anfang habe ich oft darüber nachgedacht, warum das gerade mir passiert ist“, sagt Ernst, der in der Rückrunde der Mannschaft gern geholfen hätte, aber auch nach dem Re-Start noch zum Zuschauen verdammt war. Sein Fuß war eingegipst und er musste acht Wochen auf Krücken laufen. „Es gab immer mal wieder Tage, an denen ich in ein Loch gefallen bin und liegen bleiben wollte.“

Nach zermürbender Zeit wieder positiv gedacht

Doch Familie und Freunde haben ihn aufgebaut. Zudem bezeichnet er sich selbst als „positiv denkenden Menschen“ und ergänzt: „Ich habe schnell wieder nach vorn geblickt.“ Vor allem, als er dann in der Reha – erst in seiner Heimat in Gelsenkirchen, dann in Magdeburg – immer größere Fortschritte machte. Und erst wieder normal gehen konnte, dann Treppen steigen, dann laufen.

In der vergangenen Woche hat er dann wieder voll durchgezogen. Es standen neben Stabilisationsübungen für Fuß und Rumpf auch Laufeinheiten an, die in dieser Woche in der Intensität noch einmal gesteigert werden sollen. „Seit der vergangenen Woche geht es so richtig vorwärts“, freut sich der 1,78-Meter-Mann.

30. Geburtstag im kleinen Kreis

Die längere Sommerpause aufgrund der Corona-Krise kam Ernst durchaus entgegen. Normalerweise wäre die Vorbereitung Mitte Juni angelaufen – ohne den Blondschopf. Jetzt wird er höchstwahrscheinlich dabei sein, wenn der FCM die Vorbereitung am 10. August startet.

Zwei Tage übrigens nach seinem 30. Geburtstag. Dabei verzichtet Ernst jedoch auf die große Sause, wird im kleinen Kreis mit der Familie feiern. Den Fokus legt er eher auf den Trainingsstart. „Ich bin heiß. Wenn es nach mir geht, würde ich gleich wieder voll einsteigen. Aber das muss alles in Absprache mit dem Trainer, den Ärzten und den Physiotherapeuten entschieden werden. Wir sind gut beraten, wenn wir das vernünftig steuern.“

Neuer Coach gibt Ernst ein sehr gutes Gefühl

Bis zu seiner schweren Verletzung in der Vorsaison war „Dodo“ fester Bestandteil der FCM-Startelf. Er offenbarte zwar defensiv in einigen Spielen noch Luft nach oben, war mit sechs Vorlagen in 21 Spielen aber ein Antreiber im offensiven Außenspiel. Seine Flanken waren in einigen Abwehrreihen gefürchtet.

Und das soll auch in der kommenden Spielzeit wieder so sein. Obwohl er mit dem 20-jährigen Henry Rorig einen neuen Konkurrenten auf der Rechtsverteidiger-Position hat. Auch wenn er mit Thomas Hoßmang im „regen Austausch“ ist und der neue Coach ihm „ein sehr gutes Gefühl gibt“, über seine Rolle kann Ernst noch nicht viel sagen. Er betont aber auch: „Ich bin mittlerweile in einem Alter, da möchte ich mit meiner Art zu spielen, mit meiner Mentalität und meinem Ehrgeiz vorweg marschieren.“ Dazu gehöre für ihn auch, in schlechten Phasen positiv zu denken. „Daran können sich dann auch andere Spieler hochziehen.“

Zumal sich das Team wieder sehr verändert hat. Mit Sebastian Jakubiak wurde zuletzt bereits der achte Neuzugang in Magdeburg präsentiert. Ernst, der schon einige Umbrüche erlebt hat, weiß: „Wichtig ist, dass wir schnell zusammenwachsen und von Anfang an eine Gemeinschaft sind.“ Und dabei hofft er auch sehr auf die Fans, die für ihn genauso zu dieser Gemeinschaft dazugehören wie seine Mitspieler, die Ernst schon bald von ihren Sommerurlauben berichten werden.

Mehr zum FCM: www.volksstimme.de/fcm-blog

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