Nach dem 0:0 gegen Meppen ist Dominik „Dodo“ Ernst vom FCM mehr denn je gefragt. In Lübeck erwartet der 30-Jährige ein Kampfspiel.Von Mattis Nothacker

Magdeburg l Es ist ungemütlich am Mittwochmorgen in Magdeburg. Auf den Straßen zischen die Autos über die Pfützen – ein paar der Wagen biegen an der Einfahrt zur MDCC-Arena ab. Die Spieler des 1. FC Magdeburg bleiben nicht lange stehen. Fest eingehüllt laufen sie schnurstracks Richtung Kabinen.

Gelsenkirchener Junge

Der Saisonabschnitt des „Fritz-Walter-Wetters“ hat begonnen. Gut möglich, dass es in Magdeburg zukünftig auch als „Dodo-Ernst-Wetter“ bekannt wird. Ähnlich wie die Legende des 1. FC Kaiserslautern mag auch FCM-Rechtsverteidiger Ernst die Spiele, in denen es auf dem Platz mal platscht und spritzt. Passend zu seinen Ursprüngen als „Gelsenkirchener Junge“ sind ihm die sogenannten Kampfspiele am liebsten. „Das sind auch die besten Siege“, sagt Ernst, „wenn man 90 Minuten kämpft und rackert und dann belohnt wird.“

Da passt es gut, dass ihn am Samstag in Lübeck voraussichtlich ein solches Kampfspiel erwartet. Zwar liegt das Regenrisiko in der Hansestadt bei null, doch das Spielfeld, meint Ernst, habe nicht die besten Bedingungen. „Es wird in erster Linie auf die Zweikämpfe ankommen“, sagt er.

Nicht Kopf in den Sand stecken

Für den 1. FC Magdeburg läuft es auch in dieser Saison alles andere als rund – gerade deswegen ist ein Dominik Ernst mehr denn je gefragt. Junge Fußballspieler haben bekanntermaßen die Tendenz zu brillieren, wenn sie Selbstvertrauen haben. Und überfordert zu wirken, wenn eben nicht. „Es ist wichtig, den Mitspielern mitzugeben, dass man den Kopf nicht in den Sand steckt, wenn es nicht läuft, sondern trotzdem weitermacht“, sagt Ernst. Seine Rolle sieht er darin, die Mannschaft zu pushen. „Es ist wichtig, auch mal einen verlorenen Ball wegzugrätschen, um zu zeigen, ‚wir sind da!‘“

An Einsatz hat es bei Ernst auch zuletzt gegen Meppen nicht gemangelt. Auf der rechten Seite lief er die Außenlinie hoch und runter. Zusammen mit Raphael Obermair kam ihm als einziger richtiger Außenspieler die Aufgabe zu, die Bälle vom Flügel aus in den Strafraum zu bringen. „Wir wollten das Zentrum überladen, uns dann nach außen kombinieren und die Bälle in den Sechzehner bringen.“

Viele Flanken von außen

Tatsächlich lief im Spiel gegen Meppen auffällig viel über Flanken von außen, doch zu richtigen Chancen kam es kaum. „Wenn wir aus sieben, acht Flanken zwei Tore machen, dann redet man ganz anders über das Spiel“, sagt Ernst. Ein paar Situationen hat er da im Kopf. In der 18. Minute spielte Ernst einen flachen Ball auf Bertram, der jedoch den Ball verfehlte. Wenig später kam Bertram erneut durch eine Flanke von Andreas Müller zum Kopfball. In der 30. Minute setzte sich Obermair auf der linken Seite durch und spielte auf Beck, der mit der Hacke versuchte, den Ball an Müller weiterzuleiten.

Meppen mit den besseren Chancen

Doch unter dem Strich muss festgehalten werden: die Hochkaräter lagen klar auf der anderen Seite, beim SV Meppen. „Wir haben den Gegner teilweise auch eingeladen durch Ballverluste“, sagt Ernst. Die Dinge würden kritisch angesprochen, auch was das Spiel nach vorne angeht: „Jeder muss noch mehr Verantwortung übernehmen, wenn wir im letzten Drittel sind“, fordert Ernst. „Da wollen wir unsere Sinne schärfen.“

Auf Ernst werden die Magdeburger jedenfalls weiter zählen können. „Ich finde, dass seit dem Spiel in Lautern meine Leistungskurve nach oben geht“, sagt er. Und rechtzeitig zum „Kampfspiel“ gegen Lübeck meint er: „Ich bin auf dem Weg, der alte Dodo zu werden.“

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