An das Hüpfverbot im eigenen Stadion halten sich die Magdeburger Fans. Pyro wird hingegen gelegentlich gezündetPokal-Spiel gegen Dortmund: Hüpfverbot für Magdeburgs Fans!

Auf den ersten Blick sieht die Tribüne aus wie jede andere auch. Dabei beherbergt sie den kuriosesten Fanblock des deutschen Fußballs: Die Ultras des Drittligisten 1. FC Magdeburg dürfen hier seit knapp einem Jahr nicht mehr hüpfen. Es besteht Einsturzgefahr. Die Fans werden bei jedem Spiel sogar von einem Mitarbeiter des Bauamtes beobachtet, der die Arena sofort dichtmachen kann. Dennoch spielt für Magdeburgs Trainer Jens Härtel (48) die Schrott-Tribüne eine wichtige Rolle, wenn er die Pokal-Sensation gegen Borussia Dortmund (Dienstag, 20.45 Uhr) plant.

Jens Härtel
Foto: Thomas Starke / Getty Images

Wir treffen Härtel auf den einsturzgefährdeten Rängen. „Hier halten sich alle an die Regeln, weil es eine klare Ansage gibt. Die Alternative ist, dass das Stadion leer bleibt. Darauf haben die Fans keine Lust“, sagt Härtel. „Aber das Verbot tut der Stimmung keinen Abbruch. Auch in der Bundesliga kann es nicht lauter sein. Gegen Dortmund haben wir hier einen Hexenkessel, und das kann den Unterschied für eine Überraschung ausmachen.“

Härtel weiß, wovon er spricht. Der Sachse hatte als Spieler mit Zwickau den 1. FC Köln aus dem Pokal geworfen. Als Trainer ist er mit unterklassigen Mannschaften gegen Bundesligisten über 120 Minuten ungeschlagen. Mit Magdeburg bezwang er zweimal Augsburg, scheiterte gegen Frankfurt und Leverkusen erst im Elfmeterschießen. Mit dem Berliner AK bezwang er 2012 Hoffenheim 4:0. Danach holte ihn Ralf Rangnick als Jugendtrainer zu RB Leipzig.

Pokal-Schreck Härtel verrät sein Erfolgsgeheimnis: „Es geht darum, den Gegner auf dein Level runterzuziehen. Indem man sie in Zweikämpfe verwickelt, immer auf den Füßen steht. Und es hilft, wenn dich der Gegner unterschätzt. Wenn ein Bundesligist von Beginn an nicht die richtige Einstellung hat, wird er es nicht schaffen, den Schalter im Spiel umzulegen.“ Könnte den BVB-Stars auch passieren. Härtel: „Es ist immer möglich, dass uns Dortmund unterschätzt. Wenn man in der Champions League spielt und in der Bundesliga oben steht, ist es nicht einfach, gegen unterklassige Teams immer die Lust zu haben, bis an die Grenze zu gehen.“

Härtel weiter: „Ich habe den BVB in der Champions League gegen Real Madrid und in der Bundesliga gegen Leipzig live im Stadion gesehen. Real hat gezeigt, dass Dortmund verwundbar ist, aber von Real können wir als Magdeburg nichts übernehmen. Das ist eine andere Größenordnung.“

Dennoch hilft die Hautnah-Spionage: „Am Fernseher wirkt der Dortmunder Fußball wie vom anderen Stern. Wenn man sie live sieht, relativiert sich einiges.“

Ans Pokalfinale denkt Härtel selten. An höhere Ligen schon. „Für einen Aufstieg in die 2. Liga würde ich auf einen Sieg gegen Dortmund verzichten“, sagt der Trainer, der den FCM in die 3. Liga, zweimal auf Abschluss-Rang vier und aktuell auf den zweiten Tabellenplatz geführt hat. Lange hatte er keinen Berater. Nun arbeitet Härtel (Vertrag läuft 2018 aus) mit der Agentur Soccer Marketing Group zusammen. Um in der Bundesliga zu landen? „Ich fühle mich wohl in Magdeburg, wir sind erfolgreich, und es ist nicht entscheidend für mein Lebensglück, Bundesliga-Trainer zu sein“, sagt Härtel. Aber: „Wenn ich ein paar Vereine in der Bundesliga sehe, sage ich: Das ist keine Aufgabe, die für mich unlösbar wäre.“

 

Quelle :  http://sportbild.bild.de

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