Volksstimme vom 23.11.2015
Autor: Uwe Tiedemann
Präsidium verurteilt Ausschreitungen in Großaspach / Offener Brief / Weitere empfindliche Strafe droht

Magdeburg l Wieder einmal machten die Fans des FCM in Großaspach von sich reden. Und wieder einmal sowohl im positiven als auch negativen Sinne.

Beachtlich, dass sich mehr als 1000 Anhänger auf die 500 Kilometer lange Tour gemacht hatten. Klasse auch, wie sie ihr Team 90 Minuten lang unermüdlich anfeuerten und die Auswärtspartie zu einem Heimspiel machten. Doch es gab eben auch die andere, die dunkle Seite. Vermutlich aus Frust über das späte Gegentor und der Tatsache, dass Großaspacher Ordner eine Fahne „vereinnahmen“ wollten, stürmten zahlreiche Anhänger in den Innenraum, prügelten auf die Ordner ein, entwendeten zudem eine TV-Kamera und sorgten für eine insgesamt sechsminütige Spielunterbrechung.

Das Präsidium reagierte am Sonntag mit einem Offenen Brief an seine Fans. Darin heißt es: „Gemeinsam haben wir uns das Ziel gesetzt, die Teilnahme am Profifußball über die laufende Saison hinaus zu sichern. Insofern ist jegliche Strafzahlung aufgrund eigenen Fehlverhaltens, unabhängig ob Provokation vorlag oder nicht, als wettbewerbsnachteilig und somit zielgefährdend anzusehen. Leider müssen wir in Anlehnung der Vorkommnisse feststellen, dass einige wenige Fans noch nicht drittligatauglich sind und mittels ihres Verhaltens die aktuellen Ziele unseres Vereins stark gefährden.“ Der Aufsteiger erwartet nun eine „empfindliche Strafe, welche einen erneuten Wettbewerbsnachteil nach sich ziehen wird“. Der Club deutet den Platzsturm als eine „neue Dimension von Fehlverhalten“ durch einige seiner Fans.

Empfindliche Strafe auch deswegen, weil der FCM Wiederholungstäter ist. 6000 Euro kosteten die Vorfälle in Rostock, noch offen sind die Sanktionen für Wehen Wiesbaden und Dresden.

Auch Kapitän Marius Sowislo war sauer: „Solch ein Verhalten brauchen wir nicht und ist auch nicht zu verstehen.“

Immerhin reagierten die FCM-Kicker besonnen und richtig, indem sie auf die Unruhestifter zugingen und auf die Tribüne zurückdrängten. Nach kurzer Zeit war der Spuk vorbei.

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