Volksstimme vom 25.06.2015
Autor: Christina Bendigs & Thomas Juschus
Debatte über höhere Stadionmiete für 1. FC Magdeburg / OB Trümper kritisiert Landesbehörde
Mit dem Aufstieg des 1. FC Magdeburg in den Profifußball muss der Verein auch eine höhere Miete für das Stadion zahlen. Diese war aber schon vorher vertraglich vereinbart worden. Magdeburgs Oberbürgermeister kritisierte die vom Landesverwaltungsamt angestoßene Beihilfe-Debatte.

Magdeburg l Genaue Zahlen waren gestern nicht zu bekommen. Doch mit dem Aufstieg des 1. FC Magdeburg in die dritte Bundesliga muss der Verein auch eine höhere Miete für die Nutzung der MDCC-Arena zahlen. Eine Mieterhöhung im eigentlichen Sinn sei das aber nicht, betonte Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper auf Nachfrage. Denn bereits vor Jahren sei vereinbart worden, wie viel Miete der Verein je nach Liga zahlen soll. Trümper sagte, die neue Miete sei vergleichbar mit der Summe, die für die neue Arena in Erfurt geplant sei. Und die beläuft sich auf 470 000 Euro pro Jahr.

Dass sich das Plus an Einnahmen positiv auf den Haushalt der städtischen Messe- und Veranstaltungsgesellschaft Magdeburg (MVGM) auswirkt, die Betreiber des Stadions ist, trifft jedoch nur bedingt zu. Geschäftsführer Steffen Schüller erklärte: „Wie bekannt ist, sind die Betriebskosten der Arena durch die Mietzahlungen des Fußballclubs alleine nicht gedeckt.“ Dies sei auch nach dem Aufstieg so. Zudem würden die spielebezogenen Betriebskosten durch den Aufstieg und erhöhte Publikumszahlen steigen. Außerdem müssten entsprechende Investitionen für den Fußball, insbesondere in die Stadionsicherheit, erfolgen. Gemeint sind damit zum Beispiel die notwendige Fanblockabtrennung mit Plexiglaswänden und die Videoüberwachung im Stadion.
Verein hat Kosten eingeplant

Eine Nachfrage beim Verein bestätigte: Die höheren Kosten sind einkalkuliert. FCM-Sport- und Finanzchef Mario Kallnik: „Natürlich war und ist uns bekannt, dass wir in der dritten Liga eine höhere Stadionmiete an die Stadt Magdeburg abführen müssen. Die Verträge sind langfristig angelegt.“ Der Betrag sei im Vereinshaushalt und den Lizenzierungsunterlagen entsprechend berücksichtigt. Über Vertragsinhalte gebe der Verein aber keine Auskunft.

Die Stadt Magdeburg unterstützt die Unterhaltung der MDCC-Arena jährlich mit 360 000 Euro. Geld, das laut Oberbürgermeister Lutz Trümper bereits vor dem Bau des Stadions „fixiert“ worden sei. „Daran wird sich auch nichts ändern“, sagte Trümper.

Er ärgerte sich aber über die vom Landesverwaltungsamt angestoßene Beihilfe-Debatte. Die Behörde hatte festgestellt, dass die Stadt Halle eine zu geringe Miete für die Erdgas-Arena verlange (maximal 140 000 Euro) und damit einen wie ein Unternehmen agierenden Verein subventioniere. Das sei nicht Aufgabe der öffentlichen Hand. „Daraus jetzt eine Debatte zu machen, finde ich unsäglich“, reagierte Trümper. Die Kommunen leisteten keine Beihilfen, sondern schlössen lediglich Mietverträge ab. Nun zu fordern, dass ein gerade aufgestiegener Verein auch gleich mehr Geld bezahlen solle, findet er „eine blödsinnige Diskussion“. Dadurch könne es auch passieren, dass Vereine schnell wieder in die fünfte Liga absteigen. Trümper: „Dann haben wir keinen Profifußball mehr im Land.“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.