Vor dem DFB-Pokalknaller am Dienstag (20.45 Uhr) gegen Dortmund musste Drittligist 1. FC Magdeburg eine bittere Niederlage verdauen.

Von
Manuel Holscher

Magdeburg l Das 0:3 (0:2) gegen Unterhaching war die erste Saison-Heimniederlage für den FCM. Trainer Jens Härtel betonte, dass das Pokalspiel noch nicht in den Köpfen war.

Unterhachings Trainer Claus Schromm konnte sein Glück nach dem 3:0 kaum fassen. „Ich muss mich kneifen, wenn ich an das Ergebnis denke“, sagte er. „Nach zehn Minuten hätte ich sogar noch unterschrieben, wenn mir jemand gesagt hätte, dass wir mit einem Punkt nach Hause fahren. Die Druckphase des FCM nach dem 1:0 war sensationell, da hatten wir auch Glück.“

FCM nutzt Chancen nicht

Nach einem denkbar ungünstigen Start für den FCM mit dem Gegentreffer in der zweiten Minute durch Thomas Hagn folgten gute Magdeburger Gelegenheiten durch Julius Düker (18.), Björn Rother (28.)und Philip Türpitz (28./33.). Genau in diese Hochphase traf Stephan Hain kurz vor der Pause (44.). „Wir wussten, dass es nach dem 0:2 gegen eine starke Mannschaft wie Unterhaching richtig schwer wird“, gab Verteidiger Christopher Handke zu, der vor dem zweiten Gegentreffer ausrutschte. „Das zweite Tor muss ich auf meine Kappe nehmen. Manchmal gibt es solche Tage. Ich glaube, dass wir noch eine Stunde hätten spielen können und trotzdem nicht getroffen hätten.“ Nach dem Weitschuss von Max Dombrowka (65.) war das Spiel endgültig gelaufen.

Unglücklich verlief die Partie auch für Julius Düker und An- dreas Ludwig, die für Christian Beck und Dennis Erdmann von Beginn an aufliefen. „Julius hatte sich seine Einsatzchance verdient, weil er zuvor gut trainiert hatte. Oft fehlte ihm dann auch das Quäntchen Glück“, sagte FCM-Trainer Jens Härtel. „Andreas hatte in der ersten Halbzeit einige gute Situationen. Wir würden uns wünschen, dass er häufiger den letzten oder vorletzten Pass spielt. Das kann man aber nicht gleich erwarten, weil er zuletzt nicht so oft aufgelaufen ist.“

BVB spielte noch keine Rolle

Das Dortmund-Spiel habe unterdessen noch keine Rolle gespielt. „Die Gedanken daran hatten wir bisher weggeschoben. Das lasse ich als Ausrede auch nicht gelten. Wir müssen jetzt die richtigen Lehren aus dem Spiel ziehen“, betonte Härtel. Sein Plan mit dem in Osnabrück bereits erprobten 4-3-3 mit Richard Weil in einem kompakten defensiven Mittelfeld erhielt durch den schnellen Rückstand einen Dämpfer. Haching konnte die Partie mit dem 1:0 im Rücken deutlich ruhiger spielen. „Wir müssen die Partie schnell abhaken. Der Gegner hat unsere Fehler eiskalt bestraft“, sagte Handke. „Wir freuen uns jetzt auf Dortmund, zuvor war die Partie aber kein Thema. Der ganzen Mannschaft ist die 3. Liga enorm wichtig.“

Trotz einer gerade nach der Pause harmlosen und unsicheren Vorstellung unterstützten die meisten der 16 384 Fans ihre Mannschaft bis zum Schluss. Ab der 80. Minute gab es vereinzelt Pfiffe. „Die Unterstützung der Fans war wieder einmal sensationell“, lobte Handke. Hachings Trainer Schromm ging noch weiter: „Wenn ich sehe, welche Stimmung die Fans nach dem Spiel gemacht haben, muss ich mich fragen, wer eigentlich gewonnen hat.“

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