Volksstimme vom 09.11.2015
Autor: Thomas Juschus
Thomas Juschus zur Situation beim 1. FC Magdeburg

Das Bild hatte irgendwie Symbolcharakter: Jens Härtel saß wie ein Boxer mit einem Veilchen unter dem rechten Auge in der Pressekonferenz nach dem Heimsieg gegen Münster. Nicht im Spiel gegen den Tabellenzweiten, sondern auf der Jahreshauptversammlung des Clubs am Donnerstag hatte sich der FCM-Cheftrainer unter „ungeklärten Umständen“ das blaue Auge zugezogen – quasi sinnbildlich für die Vereinsspitze, die dort überraschend heftigen Gegenwind für die Anfang 2016 geplante Ausgliederung der Profi-Abteilung zu spüren bekam. Fakt ist: Um „die wichtigste Entscheidung der vergangenen 25 Jahre“, so ein Insider, durchzubekommen und ein möglichst breites Spektrum an Mitgliedern auf diesem Weg mitzunehmen, muss der Club ein Stückchen mehr seine Deckung öffnen als bisher.

Sportlich haben Vereinsspitze, Trainer und vor allem die Mannschaft mit einer glänzenden Hinrunde dagegen für Ruhe gesorgt. Die angestrebten 30 Punkte bis zur Winterpause sind bei vier ausstehenden Spielen absolut machbar. Sportlich hat der eingeschlagene Weg des FCM bisher alle überzeugt – in den Strukturfragen sind dagegen noch einige Runden mehr zu gehen. Auf einen „Lucky Punch“, um in der Boxersprache zu bleiben, auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung sollte sich der Verein nicht verlassen.

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