Von Manuel Holscher ›

Das 1:1 des 1. FC Magdeburg in Kaiserslautern hat wieder einmal gezeigt, dass sich der FCM zu wenig Torchancen herausspielt.

Magdeburg l Stefan Krämer setzt in diesen Tagen auf die Macht der Wiederholung. Im Training des 1. FC Magdeburg ist der Schwerpunkt immer wieder gleich. FCM-Coach Krämer lässt Torabschlüsse üben – aus der Distanz, über Flanken oder schnelles Umschalten.

Diese Monotonie kommt nicht überraschend, das Offensivspiel ist momentan die große Problemzone des FCM. Auch wenn der Club defensiv gut steht, nur wenig gegnerische Torchancen zulässt – nach vorne passiert einfach zu wenig. Das sieht auch Linksverteidiger Timo Perthel so: „Wir haben in Kaiserslautern viel wegverteidigt, haben aber unsere Konter nicht gut ausgespielt. Wir müssen die Balance zwischen Defensive und Offensive finden.“

Aussetzer von Ernst wird sofort bestraft

Für den FCM ist es ein Balanceakt. Die Defensive ist über fast jeden Zweifel erhaben. Der Club kassierte in neun Spielen schließlich erst zehn Gegentreffer. In Kaiserslautern erlaubte sich aber Rechtsverteidiger Dominik Ernst einen Aussetzer, als er vor dem Gegentreffer zu offensiv war und seine Seite deshalb offen ließ. „Dass war ein klarer Fehler, da haben wir uns ein Eigentor geschossen“, ärgerte sich Stefan Krämer.

Noch ärgerlicher ist aber momentan das Offensivspiel: So wurden die beiden Außenbahnspieler Manfred Osei Kwadwo und Sirlord Conteh auf dem Betzenberg zu selten in Szene gesetzt, konnten deshalb ihr Tempo nicht ausspielen. Beiden fehlte in einigen Szenen aber auch der Mut, mal ins riskante Dribbling zu gehen.

Stürmer des FCM hängen in der Luft

Und wenn die Außenspieler nur selten Bälle bekommen oder sich nicht bis zum gegnerischen Strafraum durchsetzen, haben es die beiden Stürmer Sören Bertram und Christian Beck in der Mitte schwer. „Wir standen defensiv gut, haben uns aber vor dem gegnerischen Tor zu wenig zugetraut“, sagte deshalb Bertram. „Wir sollten uns trauen, Fußball zu spielen, selbst wenn ein Pass mal nicht ankommt.“

Auch Sturmpartner Christian Beck war nach dem Lautern-Spiel angefressen: „Mit einer Führung im Rücken hätte es die Offensive sicherlich mal leichter.“ Von der Serie, dass der FCM seit acht Spielen ungeschlagen ist, will Beck nicht mehr viel hören: „Ich freue mich gerade bestimmt nicht über Unentschieden.“

Wende gegen Würzburg?

Diese Abneigung ist nachvollziehbar, ist der Club mit sechs Remis aus neun Saisonspielen der Unentschieden-König der 3. Liga. Damit soll jetzt am Freitag gegen Würzburg Schluss sein. Beck: „Wir trainieren viele verschiedene Offensivabläufe. Hoffentlich sieht man das bereits gegen Würzburg.“

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