Volksstimme vom 24.12.2015
Autor: unbekannt

Umverteilung abgelehnt / Dennoch hoffen fast alle auf mehr Einnahmen

Leipzig (dpa) l Gerade die oft so klammen Ost-Vereine zeigen sich bei der Frage der Verteilung der TV-Gelder solidarisch. Ein Vorschlag des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), die ostdeutschen Drittligisten wegen der hohen Einschaltquoten und der hohen Zuschauerzahlen höher an den Einnahmen partizipieren zu lassen, wurde Anfang Dezember bei einem Workshop in Frankfurt/Main abgelehnt. „Wir waren auch für die solidarische Lösung. Das ist bei Dynamo ein großer Wert. Dann muss das auch in diesem Fall für uns gelten“, sagt Dresdens Finanz-Geschäftsführer Robert Schäfer.

Derzeit fließen vom DFB, der für die dritthöchste Spielklasse zuständig ist, 12,8 Millionen Euro. Diese Summe wird unter den Clubs zu gleichen Teilen aufgeteilt – mit Ausnahme derer, bei denen die zweite Mannschaft in der Bundesliga spielt. In der 2. Liga bekommen die Vereine im Schnitt rund sechs Millionen Euro aus den Töpfen der TV-Vermarktung durch die Deutsche Fußball Liga (DFL). „Die Fernsehgelder in der 3. Liga sind eine Frechheit. Meiner Meinung nach stürzt die Liga ab, wenn es keine Korrekturen gibt“, sagte Präsident Helge Leonhardt vom Zweitliga-Absteiger FC Erzgebirge Aue.

Die Konkurrenz aus Dresden sieht es gelassen. Immerhin hat der Tabellenführer einen Zuschauerschnitt von 27 500 Besuchern und noch 3,6 Millionen Euro Schulden abgebaut. Im regionalen MDR-Fernsehen sind die Elbestädter bei Live-Übertragungen gefragt wie lange nicht. „Die Einschaltquoten unserer Spiele sind genauso groß wie die bei der Montagabend-Partie in der 2. Bundesliga bei Sport1“, meinte Schäfer.

Allerdings hatten die Ost-Vereine noch im Sommer eine höhere TV-Einnahme gefordert, weil wegen der Live-Übertragungen weniger Fans ins Stadion kommen. „Die Einschaltquoten sind ordentlich. Aber das bedeutet auch, dass uns pro Heimspiel rund 20 000 Euro fehlen. Macht 240 000 Euro – eine Menge Holz für einen Drittligisten“, erklärte Präsident Wolfgang Neubert von Energie Cottbus noch zum Saisonstart. Wenn 2018 der aktuelle TV-Vertrag mit der ARD und ihren dritten Programmen ausläuft, könnte es gewaltige Veränderungen geben. Der Pay-TV-Sender Sky soll Interesse an der 3. Liga geäußert haben.

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