Was zu Saisonbeginn noch die Sorgenseite des 1.FC Magdeburg zu sein schien, hat sich zum Erfolgsgaranten entwickelt. Einen großen Anteil …   Von Manuel Holscher



Manuel Holscher

Magdeburg l Dominik Ernst musste lachen. Auf die Frage, ob er beim 5:1 gegen 1860 München Außenverteidiger oder doch eher Außenstürmer war, sagte er trocken: „Ich war beides.“

Ernst belohnt sich endlich

Diese Antwort war aber weniger spaßig, als man meinen könnte. Ernst sprintete nämlich auf der rechten Seite permanent hoch und runter, war gerade auch offensiv im Zusammenspiel mit Sören Bertram sehr präsent. Und er hatte damit einen entscheidenden Anteil an der Dominanz des FCM gegen überforderte Löwen. Denn alle fünf Treffer wurden über seine Seite eingeleitet. Heißt: Die rechte Seite beim FCM macht Ernst.

Was besonders für den 29-Jährigen spricht: Er belohnte sich endlich auch für seinen Aufwand, gab sehenswerte Vorlagen zum 2:0 von Christian Beck und zum 3:0 von Sören Bertram. „Ich freue mich, dass es für mich und die Mannschaft so gut lief. Ich habe die Linie ordentlich beackert.“

Schon im Training flankte Ernst gut

Dass Ernst gegen München einer der prägenden Spieler sein könnte, hatte sich bereits in der Trainingswoche angedeutet. „Während der gesamten Woche“, verriet Kapitän Christian Beck, „kamen die Flanken von Dominik schon richtig gut. Schön, dass es auch im Spiel funktioniert hat.“ Auch FCM-Trainer Stefan Krämer fühlte sich bestätigt: „Nach seinen guten Flanken im Training habe ich ihn zur Seite genommen, um ihm Mut zuzusprechen. Ich habe ihm gesagt, dass er es auch im Spiel immer wieder probieren soll, selbst wenn drei Flanken mal hinter das gegnerische Tor fliegen. Dass es dann sogar so gut geklappt hat, hängt immer auch ein bisschen mit Spielglück zusammen.“

Wobei der sportliche Aufstieg von Dominik Ernst nicht mit Glück, sondern vielmehr mit harter Arbeit zu erklären ist. Zu Saisonbeginn war mit einer solchen Entwicklung nicht zu rechnen. Nach einer durchwachsenen Vorbereitung saß Ernst im ersten Spiel gegen Braunschweig draußen, musste sich hinter Tarek Chahed und Marcel Costly anstellen.

Doch nach dem 2:4 zum Auftakt baute Krämer um, die rechte Seite war schließlich nicht sonderlich ausgewogen. Mit Ernst änderte sich das: Schritt für Schritt drängte er zunächst ins Team – und machte sich dann unverzichtbar. Zunächst wegen seiner Lauf- und Zweikampfstärke, mittlerweile auch wegen seiner guten Flanken.

Doch bei aller Freude über die eigene Leistung und den Mannschaftserfolg hält Ernst nichts davon, jetzt euphorisiert durch die Stadt zu laufen. Denn: „Man darf nicht vergessen, dass jede Woche ein anderer Gegner mit einem anderen System, einer anderen Spiel-idee auf uns wartet. Darauf müssen wir uns immer wieder neu einstellen.“

Woche für Woche alles raushauen

Ernst weiß, wovon er spricht, zu ernüchtert war die Mannschaft nach dem enttäuschenden 0:0 in Chemnitz, dem ein überzeugender DFB-Pokal-Auftritt gegen Freiburg vorausgegangen war. „Unser Entwicklungsprozess muss immer weitergehen. Es gibt immer Dinge, die wir noch verbessern können. Wir versuchen, Woche für Woche alles rauszuhauen“, erzählt Ernst.

Auf den Außenverteidiger, der auch gerne mal zum Außenstürmer wird, trifft das definitiv zu.

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