Münster –

Am frühen Samstagnachmittag gibt es in schöner Regelmäßigkeit Drittliga-Fußball im Fernsehen: Meistens den 1. FC Magdeburg, oft die Sportfreunde aus Lotte und manchmal auch die Preußen. Dafür war kein Club schwarz auf weiß so präsent wie der SCP.

Von Ansgar Griebel

Kein Drittliga-Verein wurde in der Hinrunde der Spielzeit 2016/17 so nachhaltig telegen bearbeitet wie der 1. FC Magdeburg. Laut einer vom DFB in Auftrag gegebenen Medien-Analyse flimmerten die Anhaltiner mehr als 43 Stunden über die Bildschirme, satte zehn Stunden länger als die zweitplatzierten Kicker des FC Hansa Rostock und als der Rangdritte – der Hallesche FC.

Kein Zufall, weil auch der Magdeburger Heimatsender MDR die Hitliste der übertragenden Sender mit gigantischem Abstand anführt. Der Mitteldeutsche Rundfunk übertrug über 80 Stunden Fußball , mehr als NDR (32 Stunden) und WDR (29) zusammen. Auf Rang vier der TV-Rangliste in Liga drei kletterten überraschenderweise die Sportfreunde aus Lotte.

Die Aufsteiger profitierten dabei aber auch von ihren aufsehenerregenden Auftritten im DFB-Pokal – aber auch von den Drittliga-Partien der Sportfreunde wurden in verschiedenen Sendeformaten mehr als 24 Stunden übertragen. Zum Vergleich: Der VfL Osnabrück als Sechster dieser Auswertung brachte es auf 23 Stunden. Und die Preußen? Mit 13 Fernsehstunden belegt Münster hier den 14. Rang.

Tabellenführer bei Schlagzeilen

Allerdings produzierten die Adlerträger in der Hinrunde die meisten Schlagzeilen. 9170 Printartikel wurden bundesweit für den SC Preußen Münster gezählt, allein 290 davon in den Westfälischen Nachrichten – auch das der absolute Top-Wert in der deutschen Zeitungslandschaft.

Naturgemäß sind in diesen Wertungen schlechte Nachrichten gute Nachrichten. Die sportliche Talfahrt der Preußen und die Irrungen und Wirrungen rund um die Neubesetzung von Vorstand und Aufsichtsrat dürften die Schlagzeilenproduktion nachhaltig befeuert haben.

Weniger Übertragungen wegen Olympia

Insgesamt sind in den öffentlich-rechtlichen Sendern in der Hinrunde 186 Drittliga-Stunden übertragen worden, weniger als im Vorjahr, weil sich mit Dynamo Dresden und Erzgebirge Aue die beiden medial am besten vertretenen Clubs gen Liga zwei verabschiedet haben.

Zudem blieb vor allem während der Olympischen Spiele weniger Sendezeit für drittklassigen Fußball.

http://www.wn.de/Sport/Lokalsport/Preussen-Muenster/2673687-Fussball-3.-Liga-Die-Kamera-liebt-Magdeburg-Muenster-ist-gedruckt-spitze

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