Autor: Uwe Tiedemann

FCM hofft nach 0:0 in Wiesbaden nun auf eine Überraschung gegen Liga-Krösus Dresden

Nach dem zähen 0:0 in Wiesbaden freut sich der FCM nun auf den Kracher gegen Spitzenreiter Dynamo Dresden, der die Aufstiegsfeier verschieben musste. Aber kann der Neuling dem Drittliga-Krösus in dieser Verfassung ernsthaft Paroli bieten?

Magdeburg l Das torlose Unentschieden am vergangenen Freitag sorgte nach drei Niederlagen in Folge ohne eigenen Treffer zwar wieder für ein kleines Erfolgserlebnis, doch spielerisch überzeugen konnte der FCM ganz und gar nicht. „Hinten standen wir gut, aber nach vorn fehlten Durchschlagskraft und Kreativität“, brachte es Innenverteidiger Christopher Handke auf den Punkt.

Liegt es daran, dass die Akteure zu Saisonbeginn nur eine verhältnismäßig kurze Pause hatten? Sind mittlerweile 33 Spieltage an die Substanz gegangen? Können die FCM-Profis mit der neuen Situation, den Klassenerhalt geschafft zu haben und plötzlich keinen Druck mehr zu verspüren, nicht richtig umgehen? Oder spielte nach drei Niederlagen am Stück auch die Angst mit? „Das alles sind vielleicht Gründe, dürfen aber keine Ausreden sein“, nahm Handke sich und seine Mitstreiter in die Pflicht.

Es war ernüchternd, was der FCM gegen einen ebenfalls enttäuschenden Tabellenvorletzten nach vorne zustande brachte. So war ein über die Latte abgewehrter 30-Meter-Freistoß von Burak Altiparmak („Schade, wenn der reingeht, gewinnen wir vielleicht sogar 1:0“) die einzige Mini-Chance im zweiten Abschnitt.

„Wir wollten unbedingt, waren nach den drei Niederlagen aber natürlich auch verunsichert“, räumte Christian Beck ein, der trotz der Herkulesaufgabe am nächsten Sonnabend (14 Uhr) auch einen positiven Aspekt sieht: „Das ist schön für uns und eine zusätzliche Motivation, wenn wir verhindern können, dass Dynamo Dresden in unserem Stadion aufsteigt.“

Auch Kapitän Marius Sowislo wehrt sich gegen Schwarzmalerei beim Aufsteiger: „Natürlich war unser Spiel nicht gut. Aber es gibt Mannschaften, die geraten nach drei Niederlagen in Folge erst so richtig in einen Negativstrudel. Das haben wir verhindert, und das 0:0 hilft uns sicher mehr als Wiesbaden.“

Laut Geschäftsführer Mario Kallnik fehlen den Aktionen des FCM momentan „die belebenden Elemente, die Frische, die Überraschungsmomente“. Für den 41-Jährigen spielen sich die Gründe „im Unterbewusstsein“ ab. Kallnik: „Ich kenne es doch noch aus meiner aktiven Zeit. Als Leistungssportler willst du immer das Maximale herausholen, doch das klappt eben nicht immer.“ Beim 0:3 daheim gegen Aue war laut Geschäftsführer die Mannschaft „zu überdreht“, zuletzt in Wiesbaden zu gehemmt.

Und nun das nächste Derby. Kallnik: „Dynamo ist das Maß aller Dinge. Und vielleicht wäre es, auch aus organisatorischen Gründen, einfacher geworden, wenn Dresden schon als Aufsteiger festgestanden hätte. Aber ich hoffe, dass wir in diesem Spiel wieder die Dinge abrufen, die uns ausgezeichnet haben und sich alle sagen: Klassenerhalt schön und gut, aber es sind noch 15 Punkte zu vergeben. Da geht noch was!“

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