Von Manuel Holscher ›

Ein entscheidendes Puzzleteil beim 1. FC Magdeburg ist die Trainerfrage. Es gibt einige Argumente, die für Thomas Hoßmang sprechen.

Magdeburg l Thomas Hoßmang ließ sich in den dreieinhalb Wochen, in denen er Drittliga-trainer des 1. FC Magdeburg war, keinen Satz entlocken, ob dieser Job für ihn vielleicht auch in der kommenden Saison eine Option ist. „Das ist jetzt nicht wichtig“, sagte der 53-Jährige mit Blick auf das primäre Ziel Klassenerhalt.

Nachdem die Mission erfolgreich erfüllt wurde, kündigte Hoßmang an, dass einige Dinge klar angesprochen werden müssten. Eine Entscheidung, ob es mit ihm weitergeht, fällt möglicherweise schon am Mittwoch. Für ein weiteres Engagement gibt es einige Argumente:

⦁ Teamführung

Thomas Hoßmang ist es gelungen, gemeinsam mit seinen Assistenten Matthias Mincu und Silvio Bankert, die Mannschaft auf eine gemeinsame Linie zu bringen. Diese war zuvor verloren gegangen, was natürlich auch an der Mannschaft und nicht nur an Ex-Trainer Claus-Dieter Wollitz lag.

Klar ist aber: Die Spieler loben Hoßmang auffällig oft, er scheint den Nerv des Teams zu treffen. „Es gab viele Gespräche und der Trainer hat einigen Spielern das Vertrauen zurückgegeben. Er macht das sehr gut“, sagt Kapitän Christian Beck. Hoßmang hat innerhalb weniger Tage Zugang zur Mannschaft gefunden. „Wir behandeln die Spieler so, wie wir selbst gerne behandelt werden möchten. Wir wollen unsere Vorstellungen mit Leben füllen, wollen nicht nur reden, sondern anpacken“, betont er.

⦁ Matchplan

Unter Hoßmang holte der FCM zehn Punkte in sieben Spielen und schaffte vorzeitig den Klassenerhalt. Der Coach setzte aufgrund der knappen Zeit auf einen Plan, den die Spieler schnell umsetzen können: „Es gibt jeweils Schwerpunkte für das Defensiv- und Offensivspiel. Es geht um Anker, an denen sich die Spieler orientieren können. Wir wollen ihnen etwas an die Hand geben, das sie auf dem Rasen umsetzen können.“

Bei seiner Ausrichtung und Philosophie erinnert er an seinen jahrelangen Weggefährten und Ex-FCM-Trainer Jens Härtel. „Grundlage sind immer Tugenden wie Leidenschaft, Einsatz und Wille. Wenn wir das immer zeigen, kommen wir auch spielerisch voran“, sagt Hoßmang.

⦁ Ehrlichkeit

Dem gebürtigen Hoyerswerdaer (Sachsen) ist wichtig, dass Probleme sofort angesprochen und ausgeräumt werden. Außerdem legt er sehr viel Wert darauf, dass die Spieler wissen, woran sie bei ihm sind. „Die Jungs müssen spüren, dass ich ehrlich bin. Das ist eine Grundlage“, betont er. Diese Herangehensweise kam beim Team ebenfalls gut an – die Mannschaft folgt Hoßmang und seinen Assistenten, zeigte besonders im entscheidenden Auswärtsspiel beim FC Ingolstadt (2:0) eine starke und geschlossene Teamleistung.

⦁ Erfahrung

Thomas Hoßmang hat alle Seiten kennengelernt. Als Profi war er unter anderem für Dynamo Dresden und Energie Cottbus aktiv. Bei Budissa Bautzen und dem VFC Plauen arbeitete er als Cheftrainer, bei Cottbus und Jena als Assistent. Zudem verfügt er über viel Erfahrung im Nachwuchsbereich – seit 2014 beim FCM als A-Juniorencoach und Leiter des Nachwuchsleistungszentrums (NLZ). Diese Erfahrungen hat er in der Extremsituation Abstiegskampf beim Club eingebracht. Der pädagogische Ansatz, im Nachwuchs eine Grundvoraussetzung, kam ihm hierbei zugute. Die Mannschaft überzeugte er mit klarer, sachlicher Ansprache und einer gewissen Ruhe. „Wir waren von der Mission überzeugt. In dieser Situation war es wichtig, dass wir ruhig und fokussiert bleiben. Das haben wir den Jungs vorgelebt“, sagt er.

⦁ Fazit

Es gibt zahlreiche Gründe, die für eine Weiterbeschäftigung von Thomas Hoßmang als Trainer der Drittligamannschaft sprechen. Er hat in kurzer Zeit gezeigt, dass es zwischen ihm und der Mannschaft gut passen kann. Jetzt müssen Verein und er selbst entscheiden, welcher Weg für beide Seiten der Richtige ist.

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