Der unterschätzte Antreiber

Björn Rother ist beim 1. FC Magdeburg einer der großen Gewinner. Dabei ist er vielen Beobachtern in der Vorbereitung kaum aufgefallen.

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Magdeburg l Bei Björn Rother muss man zweimal hinschauen. Einige Fans staunten nicht schlecht, als der 21-Jährige in Großaspach zum Saisonauftakt in der Startelf stand. Eigentlich hatten viele Dennis Erdmann im defensiven Mittelfeld neben Kapitän Marius Sowislo erwartet.

Doch Rother zeigte gleich in seiner ersten Pflichtspielpartie für den FCM trotz der 1:4-Niederlage, wie wertvoll er für die Mannschaft sein kann. Der Spieler mit der Rückennummer 6 nimmt im System von FCM-Trainer Jens Härtel im doppelten Sinne eine zentrale Rolle ein. Er stopft Löcher in der Defensive, hat ein gutes Stellungsspiel, ist ballsicher und spielt häufig den einleitenden Offensivpass.

Diese Stärken konnte Rother auch im Heimspiel gegen Erfurt (3:0) abrufen, als er zwar im Schatten des Hauptdarstellers Philip Türpitz stand, aber trotzdem eine starke Partie ablieferte. „Ich bin froh, dass ich das Vertrauen bekommen habe, und hoffe, etwas durch gute Leistungen zurückgeben zu können“, sagt er.

Der Mittelfeldspieler, der zuletzt zwei Jahre Stammspieler bei Werder Bremen II war, ist zwar auf und neben dem Platz nicht für die spektakulären Szenen zuständig, die Balance seiner Mannschaft zwischen Defensive und Offensive prägt er aber entscheidend. Härtel hat deshalb vor allem lobende Worte für den in Stolberg bei Aachen geborenen Neuzugang parat. „Man sieht, dass Björn gut ausgebildet wurde. Er ist technisch gut und fordert den Ball“, sagt der Coach. „Björn setzt das um, was wir fordern. Er sucht die Zweikämpfe und begleitet sie nicht nur. Jetzt gilt es, sich dies Woche für Woche neu zu erarbeiten.“

Mittwoch beim SV Meppen

Auch am Mittwoch (19 Uhr) beim SV Meppen hat er gute Chancen, in der FCM-Startelf zu stehen. Der Konkurrenzkampf ist gerade im defensiven Mittelfeld hoch. Mit Marius Sowislo, Dennis Erdmann sowie dem momentan noch verletzten Charles Elie Laprevotte sind vier ähnlich starke Spieler im Kader.

Rother geht damit aber gelassen um. In Bremen war er in den vergangenen zwei Jahren Stresssituationen gewohnt, da sich der Verein jeweils erst kurz vor Saisonschluss den Klassenerhalt sicherte. „Richtig eng war es vor zwei Jahren, als die Stuttgarter Kickers abgestiegen sind. Die Entscheidung fiel erst am letzten Spieltag in der Nachspielzeit. Eigentlich waren sich die Kickers schon sicher, es geschafft zu haben, dann waren wir aber mit Werder die Glücklichen“, so Rother.

Beim FCM will er den nächsten Schritt machen. „Ich bin aus der Leverkusener Jugend nach Bremen gegangen, um mich weiterzuentwickeln. So soll es jetzt auch in Magdeburg weitergehen.“

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