Volksstimme vom 22.07.2015
Autor: Uwe Tiedemann

FCM und Erfurt setzen vor Auftakt auf Prävention / Präsidien appellieren an Fans

Die Ostvereine fühlen sich häufig zu Unrecht an den Pranger gestellt, Randale in der 3. Liga gibt es auch in anderen Teilen der Republik. Das ist die Kernaussage der Präsidenten Peter Fechner (FCM) und Rolf Rombach (RW Erfurt) bei einer Telefonkonferenz in der MDCC-Arena vorm Saisoneröffnungsspiel am Freitag (20.30 Uhr).

Magdeburg l Die neue 3. Liga mit insgesamt 56 Ostderbys elektrisiert die Fans und sorgt allenthalben für Vorfreude, bereitet den Ordnungshütern jedoch Kopfzerbrechen. Der DFB hat gerade alle Ostduelle zu Sicherheitsspielen erklärt.

„Natürlich brennt dieses Thema unter den Nägeln und wird uns wohl das gesamte Spieljahr beschäftigen. Aber es ist kein typisches Ostproblem. Das Gewaltpotenzial ist nicht höher. Die Vereine werden zu Unrecht in eine gewisse Krawallecke gedrängt“, beklagte Rombach (62) und nannte als Beispiel den Platzsturm Kölner Fans beim Erstligaspiel in Gladbach im Februar diesen Jahres: „Das war an Brutalität kaum zu überbieten.“

Der als Rechtsanwalt tätige Rombach, der in dieser Woche sein zehnjähriges Jubiläum als RWE-Präsident begeht, sprach von sehr guten Kontakten zur heimischen Anhängerschar, glaubt auch, dass die Fanszene beherrschbar ist, ließ jedoch nicht unerwähnt, dass der positive Gesamteindruck derzeit von den Vorkommnissen der 2. Mannschaft bei Lok Leipzig „überstrahlt wird“. Zur Erinnerung: Das Oberligaspiel musste Mitte Juni abgebrochen werden.

Auch Fechner (60) betonte den guten Draht zu den eigenen Anhängern, erklärte aber zugleich: „Ganz ausschließen kann man Randale nie, ein Kochrezept dagegen gibt es nicht. Daher ist es wichtig, deeskalierend zu wirken. Das fängt bei der Vereinsspitze an.“

Bei einem Treffen der Ostvertreter in Dresden sei die Idee geboren worden, dass die jeweiligen Präsidenten vor der Saisoneröffnung in die Offensive gehen und an die Fairness beider Lager appellieren.

Auch der FCM-Boss monierte, dass bezüglich der Unruhen bei der Wahrnehmung „eine Verzerrung“ vorhanden sei.

Für kommenden Freitag mit, so Rombach, 2000 eigenen Fans, hofft der RWE-Präsident „auf ein friedliches und spektakuläres Auftaktspiel“. Fechner dazu: „Ich setze auf einen traumhaften Einstieg für die dritte Liga, bei dem das Salz in der Suppe, die Tore, nicht fehlen dürfen. Das letzte Duell 2008 endete 3:3.“

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