Von Dennis Uhlemann ›

Mit einem Traumtor sicherte Andreas Müller dem FCM die drei Punkte in Zwickau – obwohl der Auftritt spielerisch dürftig war.

Zwickau l Vielleicht hat Andreas Müller in der entscheidenden Szene ja das Versprechen des Trainers im Hinterkopf gehabt. Thomas Hoßmang hatte seinen Drittliga-Spielern des 1. FC Magdeburg bei drei Punkten am Wochenende anschließend zwei freie Tage in Aussicht gestellt. Zumindest würde es erklären, woher er nach einem kräftezehrenden Spiel die Energie genommen hat, den Ball nach 72 Minuten zum entscheidenden 1:0 beim FSV Zwickau in den Knick zu hämmern.

Der Treffer aus gut 20 Metern ist sicher Anwärter zum Tor des Monats. „Ich habe Kai im Zentrum gesehen, er hat den Ball gut abgelegt“, beschreibt Müller das Zuspiel von Kai Brünker. „Dann habe ich den Raum vor mir erkannt und gedacht, ich ziehe mal ab.“ Im Training übe er das zwar hin und wieder, wie er verrät. „Wenn es im Spiel klappt, ist das aber viel schöner“, sagt er lächelnd. Es war bereits das vierte Saisontor des Neuzugangs von Astoria Walldorf, den sicher die wenigsten FCM-Fans vor der Saison auf dem Schirm gehabt haben.

„Monstertor“ war sehr wichtig

Doch der „kleine Müller“, wie der 1,73-Meter-Mann liebevoll vom Coach genannt wird, war beim 1:0 in Zwickau wieder ganz groß – und nicht nur, weil er von seinem Vorlagengeber in die Luft gereckt wurde. Der 20-jährige Mittelfeldspieler ist für den FCM fast unverzichtbar geworden. Sein „Monstertor“, wie es Hoßmang nannte, wurde in seiner Schönheit nur noch von seiner Wichtigkeit überboten.

Denn damit ist es dem Tabellenvorletzten gelungen, punktemäßig zu den Zwickauern aufzuschließen und die jüngste Ergebniskrise erfolgreich zu beenden. Danach ausgesehen hatte es in den 72 Minuten zuvor aber nicht. Es war ein zerfahrenes Kellerduell, in dem sich beide Mannschaften kaum Chancen herausspielten. Glück hatte der FCM, als die Zwickauer kurz vor der Pause nach einer Ecke beinahe den Ball über die Linie stocherten, Kapitän Christian Beck aber klärte. Neben einem Kopfball von Ronny König an das Lattenkreuz (84.) die einzige Chance der Gastgeber.

Pech hatten die Blau-Weißen, weil sich mit Sirlord Conteh und Luka Sliskovic gleich zwei zuletzt überzeugende Offensivspieler ohne gegnerische Einwirkung verletzt hatten. Beide klagten über Oberschenkelprobleme. Während es bei Conteh nach dem Spiel schon wieder besser aussah, könnte es bei Sliskovic „etwas Größeres“ wie ein Muskelfaserriss sein, klagte Hoßmang.

Kaum Ideen in der Offensive

Da gilt es beim FCM schon zu hinterfragen, wie es dazu kommen konnte. Keine richtige Erwärmung oder falsche Belastungssteuerung in der sicher kräftezehrenden englischen Woche? Jedenfalls fehlten die beiden Angreifer dem FCM sehr. Bis auf den Müller-Schuss ging kaum etwas nach vorn.

„Es war kein Leckerbissen“, wusste der Trainer, der ebenfalls festhielt: „Wir hatten viel Ballbesitz, waren im letzten Drittel aber nicht konsequent genug.“ Allein seine Körpersprache verriet aber, dass dies am Ende zweitrangig für ihn war, wurden doch die drei Punkte eingetütet. „Es ging nur um das Ergebnis“, betonte der seit Freitag 54-Jährige, der von seiner Mannschaft ein gelungenes nachträgliches Geschenk erhielt. Wobei er sagte: „Es war einfach wichtig, dass sich die Jungs belohnt haben nach einer schwierigen Woche.“

Und weil anders als in Ingolstadt (0:1) oder gegen Rostock (1:1) das Ergebnis stimmte, bekamen seine Schützlinge also frei. Auch Müller will die Zeit mit seiner Freundin genießen, betont aber: „Ab Dienstag liegt der Fokus voll auf Meppen. Auch wenn es nicht so rüberkommt, sind wir zuhause eine Macht und wollen die drei Punkte dabehalten.“

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