Ein ganzes Leben für den 1. FC Magdeburg: Auf Olaf Kraus aus Wernigerode trifft das zu.

Von
Manuel Holscher

Manuel Holscher
Magdeburg l Der 54-Jährige hat sich im April 2006 noch vor der Eröffnung der MDCC-Arena eine lebenslange Dauerkarte verbunden mit einer lebenslangen Mitgliedschaft gesichert. Damals investierte er dafür 5555 Euro.

Sorgfältige Suche

Die Suche nach dem Platz im Stadion, der dann lebenslang gültig ist, war natürlich sorgfältig. Während die MDCC-Arena sich noch im Rohbau befand, schlenderte Kraus zusammen mit seinen Freunden Frank Helmke und Steffen Thran durch die MDCC-Arena und guckte sich ganz genau um. „Wir haben damals schon gesehen, dass wir in den ersten Reihen nass werden, wenn es mal regnet. Deshalb haben wir uns für die goldene Mitte entschieden“, so Kraus.

Die Plätze befinden sich in Block 23 in der 15. Reihe auf Höhe der Mittellinie. „Als es dieses Angebot gab, war mir klar, dass ich es machen möchte, weil ich mir sowieso fast jedes FCM-Spiel anschaue“, betont der 54-Jährige, der für den Club ehrenamtlich als Schiedsrichterbetreuer arbeitet. Dem Club gelang unterdessen in der Saison 2005/06 der Aufstieg in die Regionalliga. „Wie schnell es gehen kann, hat man dann in der Folgesaison gesehen“, erinnert er sich. Erst am letzten Spieltag der Saison 2006/07 verpasste der FCM durch ein 1:1 zu Hause gegen den FC St. Pauli den Zweitliga-Aufstieg. In den Jahren danach war deshalb immer wieder vom „St.-Pauli-Trauma“ die Rede. „Wer weiß, wie es gelaufen wäre, wenn der Club damals schon aufgestiegen wäre“, so Kraus. „Die Kosten für die Dauerkarte hätten sich vermutlich schon längst gerechnet. Der finanzielle Aspekt spielt für mich aber eher eine Nebenrolle, weil es meine große Leidenschaft ist.“

Erstes Spiel im Oktober 1977

Sein erstes FCM-Spiel war die Europapokalpartie gegen den FC Schalke 04 am 19. Oktober 1977, die der Club 4:2 gewann. „Es war Zufall. Mein Onkel arbeitete damals im Eisenhüttenwerk Thale. Die gehörten zum Schwermaschinenbau-Kombinat ,Ernst Thälmann’ (Sket). Die Firma hatte ein FCM-Kartenkontingent, das dann verteilt wurde“, erinnert sich Kraus. „Mit Klassenkameraden bin ich einige Jahre danach Woche für Woche zu den Spielen gegangen. Seit 1980 bin ich fast immer dabei.“

Mit dem FCM hat er in den vergangenen Jahrzehnten viele Höhen, aber auch einige Tiefen miterlebt. In der Saison 2011/12, als der Verein Letzter wurde und nur dank einer Reform nicht abstieg, war Kraus immer im Stadion. „Es ging immer mal hoch und runter. Die Zeit bis Sommer 2012 war nicht so einfach“, sagt er. „Mit Mario Kallnik und Trainer Andreas Petersen lief es schnell besser. Ich hätte nicht gedacht, dass das Team 2013 Sechster und dann Zweiter wird.“ Das neue Stadion, das in den ersten Jahren viel zu groß für die Regionalliga wirkte, wurde jetzt immer häufiger immer voller. Die positive Entwicklung gipfelte jetzt im Zweitliga-Aufstieg.

Kraus sammelt viel

Neben seiner Leidenschaft für Livespiele sammelt Kraus auch viele Dinge rund um den FCM – Aufstellungen, Wimpel und Trikots. „Der FCM ist mein Lebenselixier. Wenn ich etwas mache, dann richtig“, betont er. „Mich können nur Krankheit oder Tod daran hindern, nicht zu einem Spiel zu gehen.“ Passend dazu steht auf seiner Mitgliedskarte „Bis dass der Tod uns scheidet“.

Neben dieser Karte, der Mitgliedschaft und dem lebenslangen Sitzplatz hat Kraus auch noch einen extra für diese Aktion hergestellten goldenen Ring bekommen, den er seitdem sorgsam aufbewahrt. Für alle Fans, die sich damals einen lebenslangen Sitzplatz gesichert hatten, gab es diesen goldenen Ring. Anhänger, die sich einen lebenslangen Stehplatz für 3333 Euro gekauft hatten, bekamen ein silbernes Schmuckstück. „Diese Ringe konnten nicht gekauft werden. Deshalb ist es schon etwas Besonderes.“

Gold- und Silberring

Den silbernen Ring hat er übrigens auch. „Das ist meiner Sammel-Leidenschaft geschuldet. Ich habe angefragt, ob ich beide Ringe bekommen kann. Wenn es möglich war, dann wollte ich auch alles haben“, betont er.

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