Quelle : http://www.liga3-online.de

Von Jan Ahlers

Schade, 1. FC Magdeburg! Beim 1:1-Remis in Kiel wäre eindeutig mehr drin gewesen, allen voran im Hinblick auf den Spielverlauf: Nach einem frühen Treffer in der zweiten Spielhälfte hätte die Elf von Jens Härtel den Sieg fast ins Ziel gebracht, scheiterte erst in der Schlussphase. Und doch lernt Magdeburg dazu, bleibt darüber hinaus mitten im Rennen. Eine Zusammenfassung der Lage.

Wieder entscheidet ein Elfmeter über Glück und Unglück

Das schwere Auswärtsspiel bei Holstein Kiel hat der FCM hinter sich gebracht. Nicht nur in Duisburg, sondern auch an der Ostseeküste blieben die Elbstädter ungeschlagen – das ist eine mehr als respektable Leistung. Einzig der genauere Blick auf die 90 Minuten schmerzt: Der dreifache Punkterfolg war zum Greifen nah, bis sich der Fußballclub in der 85. Minute eine Unkonzentriertheit zu viel leistete und Rafael Czichos nach einem Eckball den 1:1-Ausgleich einköpfte. Besonders bitter: Die Standardsituation resultierte unmittelbar aus einem vergebenen Strafstoß der Kieler Störche, Leopold Zingerle hatte den Elfmeter von Tim Siedschlag pariert (84.). Wieder nahm der ruhende Ball vom Punkt damit entscheidenden Einfluss auf das Spiel des 1. FC Magdeburg, nun bereits zum vierten Mal in Folge. Erstmalig erhielten die Ostdeutschen keinen Strafstoß, sondern verschuldeten einen – und mussten sich nach einem Wechselbad der Gefühle binnen weniger Wimpernschläge doch mit „nur“ einem Punkt zufriedengeben.

Härtel: „Wir wollten nicht mit leeren Händen nach Hause fahren“

Die Einordnung des Ergebnisses kann mit einem grünen Haken erfolgen, denn speziell in der Defensive präsentierte sich Magdeburg wieder einmal als Bollwerk. Die drittstärkste Offensive der gesamten 3. Liga hatte gegen Richard Weil, Christopher Handke und Co. in den ersten 45 Minuten nicht viel zu melden – und das war vom FCM so gewollt. „Wir haben etwas tiefer gestanden, um die gefährlichen Umschaltaktionen der Kieler zu verhindern. Bis auf eine Aktion ist uns das sehr gut gelungen, wir haben leidenschaftlich verteidigt“, analysierte Jens Härtel auf der Pressekonferenz und stellte klar: „Das Minimalziel haben wir erreicht: Nicht mit leeren Händen nach Hause zu fahren. Das haben wir uns redlich verdient, auch wenn wir drauf und dran waren, drei Punkte zu holen.“

Becks Tore werden jetzt gebraucht

Zwar verbleibt Magdeburg auf dem zweiten Tabellenplatz, doch die Konkurrenz schläft nicht: Der VfL Osnabrück hat sich in den letzten Spielen rehabilitiert und auch Holstein Kiel befindet sich noch in Sichtweite. Vielleicht muss ausgerechnet der überzeugendste Spieler der letzten Jahre in dieser Phase nochmals an Prozenten zulegen: Christian Beck, der Torjäger, an dem das Spiel in den letzten Wochen und Monaten zu oft vorbeilief. Nur einen Treffer erzielte Beck im Drittliga-Fußballjahr 2017, in den letzten sechs Partien war ihm kein Torerfolg mehr vergönnt. Auch er muss sich steigern, auch er wird gerade in dieser Phase der Saison mehr denn je gebraucht. „Mir fehlt aktuell ein bisschen die Lockerheit“, gibt er in der „Bild“ zu. Der Aufstieg in die 2. Bundesliga verbleibt zum Greifen nah – das 1:1-Remis in Kiel hat die Hoffnungen weiter genährt. Je nach Verlauf der englischen Woche, in der sich der Fußballclub den Prüfungen Erfurt, Chemnitz sowie Regensburg gegenübersieht, kann der Endspurt um die vordersten Plätze schon bald beginnen…

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