Für den 1. FC Magdeburg gilt es am Sonnabend (13 Uhr) im Zweitliga-Spiel beim VfL Bochum, die zuletzt ansteigende Form zu bestätigen.   Von Manuel Holscher

Magdeburg l Dennis Erdmann hat sehr spezielle Erinnerungen an das Hinspiel gegen den VfL Bochum. Nach dem 0:0 kam Gegenspieler Lukas Hinterseer zu Erdmann. „Er hat mir die Hand gegeben und mir gesagt, dass es ihm Spaß gemacht hat“, sagt der FCM-Verteidiger.

Erdmann war wie vor den Kopf gestoßen. „So etwas habe ich noch nie erlebt. Meine Gegenspieler sollen doch keinen Spaß haben“, betont er und schüttelt noch heute den Kopf, wenn er die Geschichte erzählt. Schließlich steht Erdmann für knallharte Zweikämpfe, er kassierte in dieser Saison bereits zehn Gelbe Karten und eine Gelb-Rote Karte. Auf dem Rasen reizt Erdmann seine Gegenspieler zudem häufig.

Hinterseer ließ das offensichtlich kalt. Der Spott seiner Mitspieler war Erdmann deshalb sicher. „Das musste ich mir einige Male anhören“, erzählt er und schmunzelt.

Im Rückspiel am Sonnabend (13 Uhr) in Bochum will Erdmann jedenfalls alles daransetzen, dass Hinterseer keinen Spaß hat. Auf den Innenverteidiger wartet eine Herausforderung. Der Neffe von Schlagersänger Hansi Hinterseer ist in dieser Saison schließlich richtig gut drauf, erzielte bereits 18 Saisontreffer, fünf davon in den vergangenen vier Partien.

Blick auch nach Sandhausen

Klar ist trotzdem: Der FCM braucht unbedingt einen Sieg. Es gilt zum einen, den Relegationsplatz vor dem FC Ingolstadt zu verteidigen, der nur einen Zähler Rückstand hat. „Wir schauen aber auch auf Sandhausen“, versichert Club-Kapitän Christian Beck. Der SV Sandhausen hat als Tabellen-15. vier Punkte mehr auf dem Konto, muss ebenfalls am Sonnabend in Heidenheim antreten.

Nach dem 2:1-Heimsieg gegen Fürth setzt der FCM alles daran, eine Siegesserie zu starten, um in den drei ausstehenden Saisonspielen vielleicht doch noch direkt in der Liga zu bleiben. „Der Relegationsplatz ist nur unser Minimalziel“, sagt Beck.

FCM-Trainer Michael Oenning muss in Bochum allerdings improvisieren. Neben den gelbgesperrten Timo Perthel und Rico Preißinger wird verletzungsbedingt auch Michel Niemeyer ausfallen. „Das rechte Knie ist noch nicht bei hundert Prozent. Wir müssen die Dosierung genau steuern“, sagt Niemeyer.

Fraglich ist zudem Felix Lohkemper, der wegen muskulärer Probleme in der gesamten Woche kürzertreten musste, gestern dann nur individuell trainieren konnte. „Ich werde nur Spieler bringen, die auch bei hundert Prozent sind“, betont Oenning.

Für die Startelf dürfte Lohkemper deshalb kein Thema sein. Ein möglicher Ersatzkandidat wäre Steven Lewerenz, der sich in den vergangenen Wochen an die Mannschaft herangekämpft hat.

Besser sieht es bei Jan Kirchhoff aus. Der Mittelfeldstratege fehlte in Regensburg (0:1) und gegen Fürth (2:1) wegen Oberschenkelproblemen. Gestern konnte er aber voll trainieren. „Ich bin optimistisch, dass er auflaufen kann“, sagt der Trainer.

Oenning ließ unterdessen offen, ob er die Ausfälle durch einen Systemwechsel auffangen wird. Nachdem es im 3-5-2 gegen Fürth aber gut lief, ist eher davon auszugehen, dass er diese Taktik beibehält. Ins Team rücken könnte auch Tarek Chahed, der zuletzt überzeugte. Für den 22-Jährigen wäre es die Startelf-Premiere in dieser Saison.

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