Die Entscheidung naht. Wer hütet für den 1. FC Magdeburg zu Beginn der Drittliga-Rückrunde das Tor?

Magdeburg l Die Karten sind neu gemischt, noch lässt sich Trainer Jens Härtel aber nicht in sein Blatt schauen. Bei der Liga-Generalprobe für den Rückrundenauftakt bei Fortuna Köln – zunächst am heutigen Sonnabend in Cottbus (14 Uhr), tags darauf unter Ausschluss der Öffentlichkeit in Wolfsburg – stehen „Platzhirsch“ Jan Glinker und sein junger Herausforderer Leopold Zingerle jeweils eine Halbzeit zwischen den Pfosten. Keine Rolle spielt für Härtel derzeit Torwart Nummer drei, Lukas Cichos.

„Es ist ein Zweikampf, kein Dreikampf. Und es geht jetzt um den finalen Eindruck“, bestätigt Härtel, der den Kampf um den Platz zwischen den Pfosten vor einigen Wochen neu ausgerufen hatte. Im Trainingslager in Spanien durften alle drei Torhüter jeweils eine Partie bestreiten: Cichos gegen den CD San Fernando (3:4), Glinker gegen den Karlsruher SC (0:2) und Zingerle gegen den FSV Frankfurt (0:0).
Zingerles Blick in die FCM-Zukunft

Glinker, der Mitte der Woche 33 Jahre alt wurde und in der Hinrunde nur zwei der 19 Partien aufgrund von Rückenproblemen verpasste, wurde von Härtels Aussagen einigermaßen überrascht. „In diesem Moment hatte ich damit nicht gerechnet, weil ich dafür keinen Anlass sah“, sagt der Stammkeeper. „Ich bin aber lange genug dabei, um mit der Situation umzugehen. Ich denke, dass ich eine sehr gute Hinrunde gespielt habe.“ Einen Grund, im Tor einen Wechsel vorzunehmen, sieht er deshalb auch nicht.

Zingerle, der bereits beim FC Bayern München und bis zum vergangenen Sommer bei der SpVgg Greuther Fürth unter Vertrag stand, geht die Situation äußerlich gelassen an: „Der Trainer lässt sich nicht in die Karten schauen. Ich gucke auf mich und möchte Leistung bringen.“ Der 22-Jährige betont aber auch, „dass ich hergekommen bin, um zu spielen“. Wenn dies nicht der Fall sei, stelle sich die Frage, ob es noch Sinn ergibt, beim FCM zu bleiben. Sein Vertrag läuft am Saisonende aus.
Gute Entwicklung von Cichos beim FCM

„Es war schon im Sommer ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Glinker und Zingerle. Damals hatte Jan einen Bonus, auch aufgrund seiner Erfahrung. Leo hat den Zweikampf noch deutlich enger gemacht und im DFB-Pokal sowie den beiden Liga-Spielen gezeigt, dass er mit dem Druck umgehen kann. Das hat er sehr gut gemacht“, sagt Trainer Härtel.

Härtel bestätigt auch Cichos eine gute Entwicklung („Er ist näher gerückt, aber ohne Spiele ist es extrem schwierig für ihn“), der 21-Jährige spielt aber in Härtels Überlegungen für das Köln-Spiel keine Rolle. Und das wurmt Cichos gewaltig. „Es ist schwierig für mich, wenn immer nur von zwei Torhütern geredet wird und ich nicht genannt werde“, sagt er. „Ich trainiere und trainiere – trotzdem tut sich nichts.“

Mit Geschäftsführer Mario Kallnik wurden bereits Gespräche geführt, eine Leihe im Sommer wäre eine Option. Dafür müsste aber erst mal der am Saisonende auslaufende Vertrag des 21-Jährigen verlängert werden. Ein vorzeitiger Abschied im Winter ist dagegen kein Thema: „Der FCM würde schon gerne mit mir weiterarbeiten. Ich möchte einfach spielen. Für mich wäre auch die Regionalliga eine Option. Bisher sind das aber nur Gedankenspiele, eine Entscheidung fällt im Verlauf der Rückrunde.“ Am Wochenende bleibt dem Eigengewächs wohl wieder nur die Bank – wenn überhaupt.

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