Volksstimme vom 22.12.2015
Autor: Uwe Tiedemann

Petermann wünscht sich einstelligen Tabellenplatz

Mit dem vierten Platz hat Fußball-Drittligist 1. FC Magdeburg die Erwartungen bislang weit übertroffen. Dennoch heißt das Saisonziel weiterhin „nur“ Klassenerhalt. Allerdings wird der Kreis derer größer, die ihre Zurückhaltung aufgeben.

Magdeburg l Der erste Verantwortliche, der dem FCM mehr zutraut und sich damit aus der Deckung wagte, ist kein Geringerer als der Aufsichtsrats-Vorsitzende Lutz Petermann. „Ich persönlich wünsche mir, dass der Club am Ende einen einstelligen Tabellenplatz belegt. Die bisherigen Spiele und Ergebnisse haben gezeigt, dass das zu schaffen ist“, sagte der 51-Jährige nach dem 3:1-Erfolg über den FSV Mainz 05 II, dem insgesamt siebten Heimsieg im „Hexenkessel“ MDCC-Arena.

Die Begründung von Petermann, der von einem fast perfekten Jahr 2015 sprach: „Ich bin davon überzeugt, dass die sportliche Leitung mit Jens Härtel und Mario Kallnik weiterhin alles im Griff behält.“ Besonders beeindruckt zeigte sich Petermann nach dem jüngsten Heim-Dreier von Härtel: „Andere Trainer hätten sich nach solch einem Halbjahr vermutlich auf die Schulter geklopft. Ganz anders Jens Härtel, der nach dem Mainz-Spiel genau analysiert, was nicht gepasst hat.“

Aber nicht nur auf Funktionärsebene, auch in Spielerkreisen geht man inzwischen offensiver mit der komfortablen Situation um. So wird Verteidiger André Hainault in einem Gespräch mit dem Deutschen Fußball-Bund, der im Internet (www.DFB.de) in einer Serie die „Gesichter der 3. Liga“ vorstellt, mit folgender Anspruchshaltung zitiert: „Normalerweise geht es für einen Aufsteiger immer zuerst um den Klassenverbleib. Aber wenn man so gut in die Saison kommt wie wir, ist auch mehr möglich. Das hat man an Darmstadt 98 gesehen, die nun in der Bundesliga spielen. Auch ich bin ein Typ, der in der Tabelle immer nach oben schaut.“

Sein Mitspieler Jan Löhmannsröben („Wahnsinn, was hier im Moment los ist“) denkt in die gleiche Richtung: „Man soll nicht nach den Sternen greifen, aber für uns als Aufsteiger war es eine überragende Hinrunde, und vielleicht gelingt uns ja 2016 eine noch größere Überraschung.“

32 Punkte hat der Club derzeit auf dem Konto und noch 17 Spiele vor sich. 43 Zähler, so die weit verbreitete Meinung, sollten zum Klassenerhalt reichen. Nach bisherigem Saisonverlauf ist es nahezu unvorstellbar, dass die Blau-Weißen dieses Ziel nicht erreichen. Im Moment wäre der Club sogar automatisch für den DFB-Pokal qualifiziert. Das ist nämlich der „Lohn“ für den Tabellenvierten der 3. Liga.

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