Von Manuel Holscher ›

Tarek Chahed hat beim 1. FC Magdeburg schwere Wochen hinter sich. Das Tor gegen Würzburg war für ihn eine Befreiung.

Magdeburg l Tarek Chahed atmete tief durch. Für den Offensivspieler des 1. FC Magdeburg war das 3:0 gegen Würzburg kein normaler Drittligaalltag. Nach seinem Tor fiel von dem 23-Jährige eine große Last ab.

Chahed hatte es in der bisherigen Saison nämlich nicht leicht. Nach einer guten Vorbereitung und dem Stammplatz beim Auftaktspiel gegen Braunschweig (2:4) warf ihn eine Sprunggelenksverletzung zurück. Es folgten harte Wochen auf der Bank, Einsatzminuten waren rar.

Doch Chahed gab nicht auf, kämpfte sich Schritt für Schritt heran. „Das Tor hat mir richtig gutgetan, gibt mir Selbstvertrauen. Es zeigt mir auch, dass sich die harte Arbeit Tag für Tag im Training gelohnt hat“, sagt er.

Chahed musste sich häufig zurückkämpfen

Für Chahed war die Situation nicht neu. Bereits in der vergangenen Saison musste er mehr als sechs Monate auf seine ersten Einsatzminuten warten. Der gebürtige Berliner ließ sich aber nicht hängen, erkämpfte sich so am Saisonende einen Stammplatz und insgesamt zehn Zweitligapartien.

Diese Erfahrung kam ihm auch jetzt zugute, er wurde nicht nervös, als er dreimal in Folge ohne Einsatz auf der Bank saß. „Ich kann damit mittlerweile gut umgehen, habe viel gelernt, wie ich mich in solchen Situationen verhalten muss“, erzählt er.

Heißt: Chahed trainierte konzentriert, ohne sich seinen Ärger über die Nichtberücksichtigung anmerken zu lassen. Und er blieb positiv, sorgte in der Kabine nicht für schlechte Stimmung.

Gereift und souveräner

Obwohl Tarek Chahed erst 23 Jahre alt ist, hat sich beim FCM, für den er seit der Jugend spielt, enorm weiterentwickelt. Reagierte er noch vor Jahren demotiviert, wenn es mal nicht wie gewünscht lief, wirkt er mittlerweile gereift und deutlich souveräner.

Diese Einstellung kommt auch bei den Teamkollegen gut an. Kapitän Christian Beck: „Tarek hat nie Ärger gemacht, ist immer drangeblieben. Es zeigt sich einfach, dass wir jeden Spieler im Kader brauchen. Wir sind nicht nur elf Mann auf dem Platz.“

Auch Trainer Stefan Krämer freute sich auffällig herzlich mit Chahed über dessen Treffer gegen Würzburg, fiel ihm in die Arme, drückte ihn und lachte ausgelassen. „Tarek hat trotz der bisher geringen Spielzeit im Training nie etwas ausgelassen. Für einen solchen Spieler freue ich mich dann doppelt und dreifach“, sagt der Coach.

Hohes Ansehen in der Mannschaft

Wie hoch Chaheds Ansehen im Team mittlerweile ist, wird auch dadurch deutlich, dass er von seinen Kollegen in den Mannschaftsrat gewählt wurde. „Das ist für einen jungen Spieler keinesfalls selbstverständlich“, betont Krämer.

Klar ist aber auch: Wie in der vergangenen Saison gilt es für den Offensivspieler auch jetzt, den nächsten Schritt zu machen. Krämer sieht ihn auf der rechten Seite flexibel – ob als Außenstürmer, im Mittelfeld oder sogar als Rechtsverteidiger.

Wo er am Ende spielt, ist ihm allerdings egal. Denn: „Mir ist wichtig, dass ich möglichst oft auf dem Rasen stehe, die Position ist zweitrangig.“

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