Von Kevin Gehring

Sieben Punkte aus den letzten drei Partien verschafften dem 1. FC Magdeburg Luft im Abstiegskampf.

Magdeburg l Schon als der Mannschaftsbus des 1. FC Magdeburg am Samstagabend gegen 23 Uhr in die Georg-Heidler-Straße einbog, konnten Spieler und Verantwortliche aus der Ferne erahnen, was sie gleich erwarten würde. Nach dem wichtigen 2:0-Auswärtssieg beim FC Bayern München II erleuchteten Raketen die letzten Meter bis zur Ankunft an der MDCC-Arena.

Noch kurz an der roten Ampel angehalten, an der Getec-Arena vorbei, die Friedrich-Ebert-Straße hinab. Dann eröffnete sich das wahre Ausmaß des besonderen Empfangs: ein Meer aus roten, bengalischen Lichtern, dazu ein minutenlanges Feuerwerk am Magdeburger Nachthimmel. Zahlreiche FCM-Fans hatten sich versammelt, um die Mannschaft zu empfangen. Im Bus sorgte die Begrüßung durch die Anhänger für Staunen, wie ein Video zeigt.

Ein ganz besonderer Empfang

Einer der sichtlich Überraschten im Mannschaftsbus war Baris Atik, der beim FC Bayern II den sehenswerten Führungstreffer erzielt hatte. „Das ist ja gestört“, quittierte er staunend, als sich der Bus der versammelten Fan-Masse näherte. Fürwahr sieht der übliche Empfang eines Drittligisten nach einem Auswärtsspiel, noch dazu bei einer zweiten Mannschaft, anders aus.

Doch ist auch hinlänglich bekannt, dass der 1. FC Magdeburg eben kein „üblicher Drittligist“ ist. Das zeigte sich am Sonnabend einmal mehr. Schon vor dem Gastspiel in München, als eine beachtliche Fan-Schar die Blau-Weißen auf dem Bayern-Campus in Empfang nahm und ihnen mit lauthalsen Gesängen einheizte. Mit Erfolg, wie der zweite Auswärtssieg in Folge zeigte.

Fans geben dem FCM Kraft

„Das ist nicht selbstverständlich, diese weite Reise auf sich zu nehmen“, betonte Kapitän Tobias Müller bei FCM-TV den besonderen Empfang in München, der Kraft gegeben habe: „Wir sind unfassbar dankbar, dass wir ihnen auch ein schönes Wochenende bereiten konnten.“

Auf dem Platz scheint es, als sei die Mannschaft seit dem Amtsantritt von Christian Titz nicht nur spielerisch verbessert, sondern noch einmal näher zusammengerückt. Diesen Zusammenhalt hat der 49-Jährige als großen Faktor des jüngsten Aufschwungs ausgemacht. „Was bei uns momentan positiv zu Buche schlägt, ist, dass wir komplett als eine Einheit und als Team auftreten“, sagte Titz. „Und damit meine ich nicht nur die elf Spieler, die auf dem Platz stehen, sondern alle, die auf der Bank sitzen.“

Einheit auf und abseits des Platzes

Doch beschränke sich die „Einheit“ eben nicht nur auf die handelnden Akteure im Spiel. „Die Art, wie im Verein alle dahinterstehen, wie uns die Zuschauer begleiten und zu uns stehen, das ist ganz wichtig, wenn du im Abstiegskampf steckst“, so Titz. Darum zählt der Übungsleiter für die kommenden Wochen weiter auf die Gemeinschaft: „Wir merken, dass uns das Stärke verleiht.“

Wie „enorm wichtig“ der Zusammenhalt ist, betonte auch Kapitän Müller. „Klar, wir auf dem Platz müssen es regeln“, sagte der 26-Jährige, „aber trotzdem brauchst du die Unterstützung vom Trainerteam, von den Verantwortlichen im Verein und natürlich von den Fans.“ Letztere dürfte den Blau-Weißen jedenfalls sicher sein. „Das tut gut und wir hoffen, dass wir es weiterhin auf dem Platz zurückzahlen können“, so Müller.

Bestenfalls schon am Sonnabend, wenn der Tabellennachbar 1. FC Kaiserslautern zum Kellerduell in Magdeburg gastiert. Mit einem Heimerfolg könnte sich die Titz-Elf weitere Luft im Abstiegskampf verschaffen. Auf die gewiss wieder große Unterstützung von außen kann der FCM für dieses Vorhaben fest zählen.

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