Der 1. FC Magdeburg startet ein Partner-Projekt, um die Basis in Sachsen-Anhalt nicht zurückzulassen.

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Magdeburg l Wenn Mario Kallnik mit irgendetwas vertraut ist, dann sind es Aufbauprojekte. Als der FCM-Geschäftsführer 2012 sein Amt antrat, lag der Verein am Boden. Und jetzt, da die Aufbauarbeit im Club so weit gediehen ist, machen sich Geschäftsführer und Verein an ein neues, übergreifendes Projekt. Es gilt, die Basis nicht aus den Augen zu verlieren. Und deshalb arbeitet Kallnik bereits seit mehr als drei Jahren am Projekt „Partnerverein: Miteinander – Füreinander“.

Am morgigen Sonntag wird die Aktion offiziell vorgestellt. Ziel ist ein Austausch, ein Netzwerk. Der FCM will Vereinen aus der Region die Möglichkeit bieten, am Fachwissen und Netzwerk des Zweitligisten teilzuhaben und das eigene Wissen einzubringen. „Wir wollen auf Augenhöhe bleiben und kein Verein sein, der wie ein Satellit über allen schwebt“, betont Kallnik gegenüber der Volksstimme. „Wenn man sich nur noch um seine eigenen Themen kümmert, verliert man irgendwann den Bezug zu anderen Vereinen. Das wollen wir vermeiden.“

FCM-Know-how soll helfen

Über das Projekt „Partnerverein“ sollen die Clubs aus der Region also näher an den FCM herangebracht werden. Und was erst einmal ein wenig abstrakt klingt, hat auch ganz konkrete Ansätze. Der FCM möchte beispielsweise Erfahrungsaustausch bei Fitness- und Trainingsmethoden anbieten. Zudem soll auch der Einkaufspool des FCM genutzt werden können, Kontakte vermittelt werden und Scouting-Programme für die Talentsichtung weitergegeben werden. Und: Der FCM will auch beim Aufbau von Strukturen in einem Breitensportverein behilflich sein.

Kallnik: „Viele Vereine brauchen zum Beispiel häufig neue Ausrüstung, Kleidung, Bälle. Über unseren Ausrüster können wir spezielle Angebote vereinbaren.“ Neben Netzwerktreffen seien auch Fachvorträge und selbst Hospitationen bei FCM-Trainer Jens Härtel geplant. Ein weiterer, gerade für kleine Vereine wichtiger Aspekt: Unter allen Mitgliedern des Projekts sollen in Zukunft auch Testspielgegner des FCM ausgelost werden.

Für Mario Kallnik ist dabei eine Sache besonders wichtig: dass es dem FCM bei diesem Projekt nicht um Vermarktung geht: „Vereine und Wirtschaftspartner können sich gegenseitig unterstützen. Warum sollen nicht auch andere Vereine von unseren Wirtschaftspartnern profitieren?“ Und weiter: „Wir setzen auf volle Transparenz und einen echten Mehrwert für teilnehmende Vereine sowie für uns, weil wir einfach im Gespräch bleiben.“ Jeder interessierte Verein kann einen Aufnahmeantrag ausfüllen, die Mitgliedschaft ist kostenlos, kann unbürokratisch wieder beendet werden.

Sowislo ist das Gesicht des Projekts

Der FCM-Geschäftsführer betont, dass auch eine klare Sichtbarkeit nach außen geplant ist, wenn ein Club aus der Region Partnerverein des FCM ist. „Neben einer Urkunde erhält jeder Partnerverein ein hochwertiges Schild, um seine Verbindung zum 1.FC Magdeburg auch nach außen sichtbar aufzuzeigen. Wir wollen unsere Beziehungen zu allen Vereinen in Sachsen-Anhalt vertiefen und werden ein loyaler Partner sein.“

Bei der Frage, welche Person das Gesicht für dieses Projekt werden soll, kam Kallnik schnell auf Marius Sowislo. „Er hat einen hohen Bekanntheitswert, ist dem FCM verbunden. Deshalb kam nur er für mich in dieser Rolle infrage“, erzählt Kallnik. „Als Marius aufgehört hat, war klar, dass es jetzt passt. Er unterstützt uns nun mit seiner Agentur.“

Der 35-Jährige freut sich auf die Aufgabe. „Ich möchte etwas aufbauen, das es in dieser Form noch nicht gibt“, erzählt er. „Ich werde bei vielen Vereinen vor Ort sein, mit ihnen sprechen. Ich möchte zwar kein Kummerkasten sein, aber trotzdem wissen, was die Menschen bewegt. Ohne Feedback geht es nicht. Wir wollen den Austausch so eng und persönlich wie möglich haben.“

Einladung an den HFC

Zur Auftaktveranstaltung an diesem Sonntag wurden 764  Vereine aus Sachsen-Anhalt eingeladen. Mehr als 100 Vereine haben sich bereits angemeldet. Gerade auch die Vereine aus dem Süden Sachsen-Anhalts seien für den Club interessant. „Vielleicht können wir den einen oder anderen von einer Kooperation mit uns überzeugen“, sagt Sowislo.

Kleine Schmonzette am Rande: Auch der große Landesrivale Hallescher FC erhielt eine Einladung des 1. FC Magdeburg. „Sie haben sich bei uns gemeldet, haben aber dankend abgelehnt. Vielleicht überlegen sie es sich ja noch mal“, sagt Sowislo.

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