Tarek Chahed wartet beim 1. FC Magdeburg noch auf seine ersten Spielminuten. Der 22-Jährige hat aber aus der Saison 2017/2018 gelernt.

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Magdeburg l Wenn man sich momentan das Training des FCM anschaut, fällt etwas auf. Vielleicht nicht gleich auf den ersten Blick, beim genaueren Hinsehen merkt der Zuschauer aber, dass es nicht so ist wie sonst. Neben dem Fußball tun auch zwei Tennisbälle ihren Dienst. Wenn auch nur bei einem Spieler: Tarek Chahed.

Härtels ungewöhnliche Idee

Trainer Jens Härtel hat sich etwas Ungewöhnliches ausgedacht: Um Chahed davon abzuhalten, dass er im Zweikampf am Trikot seines Gegenspielers zieht, muss er in jeder Hand einen Tennisball halten. „Ich hatte ein Gespräch mit dem Trainer. Die Tennisbälle sollen mir helfen, damit ich ein Foul vermeide“, sagt der Offensivspieler. „Es hat ganz gut geklappt, ich habe trotzdem viele Zweikämpfe gewonnen.“

Umstellen musste er sich aber dennoch, schließlich galt es, die Bälle selbst beim Einwurf fest in der Hand zu halten. „Daran musste ich mich tatsächlich erst mal gewöhnen“, bestätigt er und lacht.

Chahed bleibt entspannt

Chahed macht einen entspannten Eindruck. Seine Stimme ist fest, entschlossen. Das war nicht immer so. Vor einem Jahr bekam er nur wenig Spielzeit – und ließ sich davon runterziehen. Frust machte sich breit und der wurde noch größer, als er sich im November 2017 einen Außenbandriss zuzog und für den Rest der Saison ausfiel. Eine Verletzung kommt zwar immer zum falschen Zeitpunkt – für den gebürtigen Berliner war es aber besonders bitter, weil er sich gerade wieder an die Mannschaft herangekämpft hatte. Chahed: „Es ist schwierig, wenn man auf einmal fünf Monate nichts machen kann.“

Kämpfen muss er auch jetzt wieder. In dieser Saison stand er in der 2. Liga bisher nicht einmal im Kader. Im DFB-Pokal saß er auf der Bank, durfte aber nicht auf den Rasen. Chahed geht mit dieser schwierigen Situation aber überraschend abgeklärt um. „Natürlich bin ich unzufrieden. Das ist ja normal, kein Spieler in meiner Situation wäre jetzt glücklich. Die Konkurrenz ist aber sehr stark. Es ist für jeden bei uns schwer, zu spielen oder in den Kader zu kommen“, sagt er. „Ich bin aber davon überzeugt, dass ich meine Chance bekommen werde. Wenn es dann soweit ist, werde ich da sein und Vollgas geben. Ich freue mich auf diesen Tag.“

Mental deutlich weiter

Der Spieler mit der Rückennummer 24 hat aus der vergangenen Saison gelernt, er ist mit sich im Reinen. „Ich bin mental definitiv einige Schritte weiter als vor der Verletzung“, versichert er. Chahed ist erst mal froh, gesund auf dem Platz stehen zu können. Nichts zwickt mehr, er kann sich in jeder Einheit verausgaben. „Wenn man fit ist und nicht spielt, vergisst man oft, wie wichtig es ist, gesund zu sein. Das wird viel zu schnell zu einer Selbstverständlichkeit.“

Teil dieses Reifungsprozesses ist für ihn auch, die Schlagzahl im Training noch mal zu erhöhen. „Wenn ich nicht spiele, muss ich eben noch mehr als die anderen machen“, betont er. So ist es keine Seltenheit, dass er nach den Einheiten auf dem Platz bleibt, Flanken schlägt, Torabschlüsse trainiert. Das sind genau die Schwerpunkte, die der FCM momentan verbessern muss. Taktisch ist er auf der rechten Seite flexibel einsetzbar. An einen vorzeitigen Wechsel hat Chahed, dessen Vertrag im Sommer 2019 ausläuft, übrigens nie gedacht. „Ich habe nicht zu einem Prozent gezweifelt. Ich habe noch ein Jahr einen Vertrag und möchte mit der Mannschaft so viel Erfolg wie möglich haben.“

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