Nach vielen Monaten ohne Einsatzzeit hat sich Tarek Chahed beim 1. FC Magdeburg Schritt für Schritt an die Mannschaft herangekämpft.   

Von Manuel Holscher

Magdeburg l Tarek Chahed ist die Freude in diesen Tagen deutlich anzusehen. Es ist die Freude über die Erfüllung eines Traums. Schließlich darf sich der 22-Jährige seit Februar Zweitligaprofi nennen.

Doch damit nicht genug: Seit seinem Debüt am 10. Februar beim 1:1 gegen Holstein Kiel kommt Chahed immerhin auf insgesamt sieben Einsätze. In den vergangenen sieben Partien wurde er sechsmal eingewechselt. Zuletzt beim 2:1 gegen Fürth stand er eine halbe Stunde auf dem Rasen, das war seine bisher längste Einsatzzeit in dieser Saison.

Tank bei Chahed leer

Und Chahed machte eine richtig gute Partie. Der Offensivspieler war wegen seiner Schnelligkeit kaum zu halten, seine Dribblings waren immer wieder gefährlich. Fast hätte Chahed sogar sein erstes Zweitligator geschossen. Er hatte aber Pech, als er von Marco Caligiuri gefoult wurde, der Schiedsrichter weiterlaufen ließ. „Es war ein gutes Spiel. Und ich bin eine Menge gelaufen“, sagt er und schmunzelt. In rund 30 Minuten waren es beachtliche 3,94 Kilometer. „Der Tank war beim Abpfiff ziemlich leer. Es war mir aber wichtig, dass ich in meiner Zeit auf dem Platz alles raushaue“, erzählt er.

Klar ist: Chahed hat im Jahr 2019 einen Leistungssprung gemacht, er ist in der 2. Bundesliga angekommen. „Ich freue mich über jeden Einsatz, den ich bekomme. Mit jedem Spiel bin ich gewachsen, ich fühle mich wohl auf dem Platz. Ich denke, dass der Trainer sieht, dass ich hart gearbeitet habe“, sagt er. „Ich bin sehr glücklich darüber, dass ich der Mannschaft helfen konnte. Wir wollen unbedingt das große Ziel Klassenerhalt erreichen.“

Dass es für Chahed in der entscheidenden Saisonphase so gut laufen würde, war lange nicht absehbar. „Ich möchte einfach mal in dieser Liga auflaufen“, hatte er noch im Herbst gesagt, nachdem er wochenlang nicht im Kader stand. Ex-Trainer Jens Härtel verzichtete komplett auf ihn, setzte ihn nicht einmal ein.

Chahed ist FCM-Coach dankbar

Auch unter dem jetzigen Coach Michael Oenning musste sich Chahed zwar gedulden. Der Trainer baute ihn aber Schritt für Schritt auf. Entsprechend dankbar ist Chahed. „Wir haben ein gutes Verhältnis. Er spricht sehr viel mit allen Spielern“, schwärmt er. „Wir hatten auch in der Zeit, als ich nicht gespielt hatte, ein gutes Gespräch.“

Chahed fühlt sich bestätigt, dass er sich im Herbst nicht hat hängen lassen, dass er weiter gearbeitet hat. „Es war für mich eine Zeit, um zu lernen. Und es zahlt sich aus, dass ich ruhig geblieben bin, hart an mir gearbeitet habe“, betont er.

Vertragssituation für Chahed unwichtig

Am Saisonende läuft Chaheds Vertrag aus, eine Verlängerung ist nach den Leistungen der vergangenen Wochen wieder ein Thema: „Natürlich kann ich mir vorstellen, beim FCM zu bleiben. Meine Vertragssituation spielt für mich momentan aber überhaupt keine Rolle. Wichtig ist, dass wir mit der Mannschaft unsere Ziele erreichen.“

Dafür müsse das Team in den letzten drei Saisonspielen aber fokussiert bleiben. „Wir wollen den Sieg gegen Fürth nicht zu sehr feiern, es sind nur drei Punkte. Noch haben wir nichts erreicht“, gibt er zu bedenken. „Wir haben noch drei Spiele vor uns. Am liebsten würden wir alle gewinnen. Wir werden auf jeden Fall zu 100 Prozent da sein.“

Der gebürtige Berliner will seinen Teil dazu beitragen, sieht sich in der heißen Phase im Kampf um den Klassenerhalt dem Trainer gegenüber in der Pflicht. „Dass er mir jetzt Vertrauen schenkt, ist überragend. Das will ich jetzt zurückzahlen.“

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