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Chemnitz gegen Magdeburg: Heute Abend wird im Stadion an der Gellertstraße ein Ostklassiker angepfiffen. Die Gastgeber brauchen einen Sieg, um oben noch mal angreifen zu können. Der Torwart weiß, wie das gelingen könnte.

Von Mario Schmidt
erschienen am 04.04.2017

Er hatte ein Lächeln auf den Lippen, als er gestern Morgen kurz nach 9 Uhr auf dem Trainingsgelände im Sportforum eintraf. Dass CFC-Torhüter Kevin Kunz so gute Laune hatte, lag immer noch am Auswärtsspiel gegen den FSV Mainz II, das die Chemnitzer am Freitagabend 1:0 gewonnen haben. „Es tut sehr gut, zu null zu spielen. Das hatte vorher ja lange nicht mehr geklappt“, sagte Kunz. Manchmal könne er es aber auch verschmerzen, Gegentreffer zu kassieren – und zwar dann, wenn die Kollegen mehr Tore erzielen als der Gegner.

Ein Beispiel dafür war das Hinrundenspiel beim 1. FC Magdeburg, das der CFC mit einer seiner besten Saisonleistungen 4:2 für sich entscheiden konnte. Heute Abend stehen sich beide Teams ab 20.30 Uhr in der Community4you-Arena an der Gellertstraße erneut gegenüber. Ein Ostklassiker bei Flutlicht-Atmosphäre: Es wäre ein Fußball-Abend zum Genießen, wenn die Chem- nitzer nicht dermaßen unter Zugzwang stehen würden. Fünf Punkte beträgt der Rückstand auf den Relegationsplatz, sieben Zähler sind es schon bis Rang zwei, auf dem die Magdeburger stehen. Kunz ist sich im Klaren, was für einen Brocken der CFC aus dem Weg räumen muss. „Wir treffen auf elf Krieger. Die Magdeburger zerreißen sich bis zum Ende, bis das Tor für sie fällt“, sagte der 25-Jährige. Seine Schlussfolgerung: „Jeder von uns muss an seine Leistungsgrenze gehen, sich hundertprozentig reinwerfen, wenn wir gewinnen wollen.“

An welchen Stellschrauben muss der CFC drehen, um doch noch in den Aufstiegskampf eingreifen zu können? Für Kunz gibt es bei dieser Frage kein langes Überlegen. „Wir brauchen wieder mehr spielerische Leichtigkeit und eine höhere Effizienz bei der Chancenverwertung.“ In dem Zusammenhang tue ihm Daniel Frahn, der mittlerweile seit gut vier Monaten auf einen eigenen Treffer wartet, „brutal leid“. Dem Torjäger falle einfach kein Ball mehr auf den Schlappen. „Auf Daniel trifft zurzeit der Ausspruch mit der Scheiße am Schuh zu“, bemerkte Kunz gestern. Doch die Mannschaft stehe zu Frahn, stärke ihm den Rücken. „Er arbeitet unheimlich viel fürs Team und ist auch zufrieden, wenn andere die Tore erzielen“, so der Keeper, dessen Vertrag in diesem Jahr ausläuft. Doch es gibt die Option auf Verlängerung. Zu seiner sportlichen Zukunft sehe er im Moment aber keinen Redebedarf. Kunz ließ gleichzeitig durch- blicken, dass er sich in Chemnitz pudelwohl fühlt. „Ich bin hier Stammtorhüter – eine Position, die ich mir sehr hart erarbeiten musste. Ich weiß, was ich am CFC, den Fans und dem Umfeld habe, der Wohlfühlfaktor ist groß“, betonte Kunz.

Weniger wohl hat sich in den vergangenen Wochen Dennis Mast gefühlt. Wegen seines Platzverweises im Heimspiel gegen Paderborn am 15. März bekam der Mittelfeldmann eine Sperre für drei Begegnungen aufgebrummt, fehlte in Osnabrück, gegen Duisburg und zuletzt in Mainz. Die erste Partie als Zuschauer sei noch erträglich gewesen. „Ich bin mit nach Osnabrück gefahren. Es war ganz interessant, das Spielgeschehen mal von außen zu verfolgen“, berichtete Mast gestern. Die beiden darauffolgenden Partien seien für ihn aber nervig gewesen. Er hätte am liebsten eingreifen wollen. Umso mehr freue er sich jetzt, gegen Magdeburg wieder dabei sein zu können. Über die Qualität des Gegners sagte der 25-Jährige: „Der FCM ist immer sehr offensiv eingestellt, hat vor allem auf den Außenpositionen schnelle Leute und spielt flexibel. Da kommt eine eklige Truppe auf uns zu.“

Wie es mit ihm nach diesem Spieljahr weitergeht, wisse er nicht. Mit Zweitligist Arminia Bielefeld, seinem Arbeitgeber, habe es noch keine Gespräche gegeben, so Mast. Laut Sportdirektor Stephan Beutel hat der CFC mit Arminia eine „Ausleihe-Vereinbarung“ getroffen, die bis zum 30. Juni dieses Jahres gilt. „Sollte Bielefeld in die Dritte Liga absteigen, wäre Dennis Mast vertragsfrei und wir könnten ihn verpflichten, woran wir sehr interessiert sind“, sagte Beutel. Bleibt die Arminia in Liga zwei, wäre eine Ablösesumme für Mast fällig, die der CFC nicht zahlen könne. „Dann müssten wir mit Bielefeld verhandeln“, so der Sportdirektor. Wie er betonte, habe sich Mast im Verlauf der Saison gut entwickelt. „Er hat es geschafft, seine anfänglichen Defizite hinsichtlich körperlicher Verfassung und fehlender Spielpraxis abzubauen“, erklärte Beutel.

Tickets Eintrittskarten für die Heimspiele des Chemnitzer FC sind in den Shops der „Freien Presse“ erhältlich.

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