Alexander Brunst muss sich nach seiner Blinddarm-Operation hinter Morten Behrens anstellen. Nicht zum ersten Mal.

Von Anne Toss ›

Magdeburg l Alexander Brunst hat einen „Höllentrip“ hinter sich. Sagt er selbst. Seiner Blinddarm-Operation im September gingen nämlich mehrere Tage der Ungewissheit voraus.

Brunst: Warten auf eine Diagnose

„In der Notaufnahme bin ich auf die Tests, die auf eine Blinddarm-Entzündung hinweisen, nicht angesprungen“, erzählt der Torhüter des 1. FC Magdeburg, „mein Blutbild wurde aber immer schlechter. Der Entzündungswert lag erst bei 70, stieg dann auf 120 und letztlich auf 360 an. Normal ist ein Wert zwischen fünf und zehn.“ Erst ein CT brachte die Diagnose, danach lag Brunst gleich auf dem OP-Tisch.

„Das war Alarmstufe Rot“, meint Brunst rückblickend. Und ärgert sich vor allem über eines: „Die Operation ist größer ausgefallen als gedacht. Der minimale Eingriff war nicht mehr möglich, sonst hätte ich vielleicht schon nach drei Wochen wieder auf dem Platz stehen können.“

FCM: Behrens rückt ins Tor

So aber dauerte es sieben Wochen – und in dieser Zeit passierte etwas, was Brunst in seinen zweieinhalb Jahren beim FCM nun schon zum vierten Mal widerfahren ist: Er verlor seinen Platz als Nummer eins im Tor. So war es 2017, als Jan Glinker den Vorzug erhielt, so war es 2018 mit Jasmin Fejzic und Anfang dieses Jahres mit Giorgi Loria.

Nun wurde ihm Morten Behrens vorgesetzt. Doch für Brunst ist es diesmal trotzdem eine andere Situation. „Mein Körper hat gestreikt. Ich habe mir nichts zu Schulden kommen lassen“, sagt er, „aber klar bin ich enttäuscht, weil ich die Nummer eins war. Und eben auch gut drin war, in Chemnitz halte ich zum Beispiel das Unentschieden fest.“ Nichtsdestotrotz akzeptiere er die Entscheidung von Trainer Stefan Krämer. „Ich halte jetzt den Druck auf Morten hoch, damit er spürt, dass ich wieder da bin. Im Endeffekt profitieren alle davon.“

Brunst hofft auf weitere Chance beim FCM

Auf sein Motto – „harte Arbeit schlägt Talent“ – vertraut er weiterhin. „Denn es hat sich ja auch bewahrheitet“, sagt Brunst. Und zählt auf: „Nach der Verletzung von Jan Glinker habe ich die entscheidenden Spiele um den Aufstieg in die 2. Bundesliga mitgemacht. Dann kamen Jasmin Fejzic und Giorgi Loria und ich habe den Druck hochgehalten, mein 19.  Zweitligaspiel absolviert. Nebenbei ging da auch ein Kindheitstraum in Erfüllung, als ich in Hamburg zwischen den Pfosten stand und wir dort gewonnen haben.“

Prinzipiell, sagt Brunst, gebe es nach Entscheidungen gegen einen immer zwei Wege: „Entweder ich falle in ein Loch oder ich sage: ,Jetzt erst recht. Ich zeige euch, dass ihr an mir nicht vorbeikommt.‘“

Der 24-Jährige geht wieder einmal den zweiten Weg. „Das andere ist nicht meine Mentalität, nicht meine Einstellung im Leben“, sagt er. Zwei-, dreimal ist er jede Woche zusätzlich im Fitnessstudio, schiebt Extra-Schichten. „Ich will mich weiterentwickeln, bin noch lange nicht am Ende“, stellt Brunst klar. Und eines sei ja wohl gewiss: „Es kommen auch wieder andere Situationen.“

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