Volksstimme vom 27.08.2015
Autor: Hans-Joachim Malli
Einwechsler trifft nach langer Leidenszeit zum 2:0 und hofft auf mehr Einsätze

Rundum zufriedene Gesichter gab es am späten Dienstagabend beim 1. FC Magdeburg. Dritter Sieg im dritten Heimspiel, noch dazu erstmals zu Null. Das ist stark. Einzig Marius Sowislo war leicht traurig.

Magdeburg l Der Kapitän wurde nach 32 Minuten vom Ex-Offenbacher Cappek unweit der Mittellinie gefoult, danach minutenlang am lädierten rechten Sprunggelenk behandelt. Der 32-Jährige biss sich bis zum Schlusspfiff durch, fehlte aber schon beim Auslaufen unmittelbar nach dem Spiel.

„Inzwischen war ich zum MRT, warte noch auf die genaue Diagnose. Der Knöchel ist jedenfalls geschwollen und schmerzt“, so Sowislo am Tag danach, an dem er auch das Training verpasste und um seinen Einsatz im Spiel am Freitag bei Fortuna Köln bangen muss.

Zum Gewinner des Spiels avancierte am Dienstag Niklas Brandt. Der 23-Jährige kam nach seiner monatelangen Pause auf erst 48 Spielminuten in der laufenden Saison, war bereits auf dem Sprung, für den angeschlagenen Sowislo eingewechselt zu werden. Dann dauerte es aber noch einmal fast 30 Minuten, ehe er als „falscher Zehner“ und Ballverteiler für den ausgepowerten Lars Fuchs kam und sich mit seinem sehenswerten Treffer zum 2:0-Endstand zurück in die Herzen der FCM-Fans schoss.

„Das hat Niklas gut gemacht, wie er in die Mitte zog und dann abschloss, als er nicht angegriffen wurde. Es gab ja auch noch die Option des Abspiels auf Nicolas Hebisch“, lobte anschließend FCM-Trainer Jens Härtel, schränkte aber auch ein: „Er hat zunächst nicht so gut begonnen, da fehlten die langen Bälle, wie sie Fuchs zu spielen versuchte. Das Tor aber war natürlich klasse.“

Brandt selbst, der im vergangenen Oktober mit seinem Sonntagsschuss zum zwischenzeitlichen 2:1 im DFB-Pokalspiel gegen Leverkusen deutschlandweit für Furore sorgte, hofft künftig auf noch mehr Spielanteile. „Auf der Bank sitzt man nicht gern. Es juckt natürlich, von Anfang an dabei zu sein. Doch so lange wir Punkte sammeln, ist alles in Ordnung. Ich biete mich im Training an, der Coach entscheidet am Ende“, so der gebürtige Berliner.

Trainer Härtel ist indes froh, gerade auf der so genannten Sechser-Position mit Sowislo, Brandt, Neuzugang Jan Löhmannsröben, Sven Reimann, Steffen Puttkammer und Sven Torge Bremer, der am Dienstag nur in Zivil das Spiel verfolgte, die Qual der Wahl zu haben. „Im Moment herrscht da wirklich ein Überangebot, aber die Saison ist noch verdammt lang.“

Glänzende Augen hatte am Dienstag nach Spielschluss auch der Sportliche Leiter und Finanzchef der Elbestädter, Mario Kallnik. „Die Mannschaft geht jedesmal wie die Fans ans Limit. Die Unterstützung von den Rängen ist fantastisch, weil sie mit Leidenschaft und Disziplin erfolgt“, so der 40-Jährige fast schon euphorisch angesichts der vollen Arena.

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